Die thailändische Regierung will dem illegalen Treiben im Goldenen Dreieck nicht mehr tadellos zusehen und schickt eine Gruppe chinesischer Elitesoldaten, um einen der mächtigsten Drogenlords des Gebietes dingfest zu machen. Als Belohnung winkt den tapferen Männern die Ausreise in die Vereinigten Staaten von Amerika. Der Truppe um Chan Chung scheint der Auftrag zunächst prima zu gelingen. Sie nehmen den Lord unter ihre Gewalt und können flüchten. Auf dem Weg zur Grenze nehmen sie noch schnell Chans Familie mit, um danach endgültig außer Land zu kommen und den Drogenbaron zu übergeben. Doch am Grenzposten geht alles schief...in einem wilden Gemetzel schießt Chan einem thailändischen Offizier ins Auge. Der schwört Rache und verfolgt die chinesische Einheit auf Schritt und Tritt. Eine blutige Verfolgungsjagd mit dutzenden Opfern auf beiden Seiten beginnt.
Die Alibistory dient hierbei nur als Mittel zum Zweck und muß allein dafür sorgen, immer wieder einen Grund zu finden, warum irgendwelche Menschen brutalst abgeschlachtet werden können. Was Woo in seinen späteren Filmen durchaus gelingt, hatte er hier bei seinem Erstling in Sachen Extremo-Ballerei noch nicht ganz geschafft: einen überzeugenden, tiefgründigen menschlichen Aspekt in eine solide, wenn auch nicht gerade preisverdächtige Story einzuknüpfen. Zwar gibt sich der Kultregisseur schon hier Mühe, menschliche Beziehungen in den Vordergrund zu stellen, indem er zum Beispiel ein gewisses Vater-Sohn Verhältnis erschaffen will, aber leider geht dieser intelligente und gefühlvolle Teil des Werken in der Flut von Brutaloaction unter und verbleibt als oberflächlich. Eine Dramaturgie à la "The Killer" oder eine besondere Charaktertiefe wird man vergebens suchen. Auch die Story ist im Vergleich zu anderen Woo-Werken etwas arg durchschnittlich und stellt sicher keinen Meilenstein der Filmgeschichte dar..."Rambo" läßt grüßen!
"Heroes Shed No Tears" ist mehr ein 80-minütiges Actionfeuerwerk ohne Verschnaufpause, welches blutige, harte und erschreckend gemeine Brutalität aufweisen kann. Ständig liefern sich die verfeindeten Seiten Maschinengewehrgefechte oder Prügeleien, bombadieren sich gegenseitig mit Granaten und Mörsern und spießen sich mit Speeren auf. Woo scheut sich nicht, bei diesen Dingen auch mal ins Detail zu gehen und so werden gemeinste Exekutionen mit beinahe schon übertriebenen Blutfontainen präsentiert. Die Action mag noch lange nicht so perfektioniert sein, wie in seinen späteren Werken der Güteklasse "Hard-Boiled", ist aber dennoch zum größten Teil sauber inszeniert und für Fans auf jeden Fall nett anzuschauen. Teilweise werden atemberaubende Einlagen gezeigt, die spektakulärsten Sequenzen wie immer in Zeitlupe. Vom abschließenden Mann-gegen-Mann Kampf, der ziemlich hart und überzeugend gelungen ist, könnten sich Leute wie Van Damme noch die eine oder andere Scheibe abschneiden. So genial die Action auch manchmal sein mag, es gibt trotzdem zwei Schwachstellen. Da wäre einmal der Fakt, dass es immer noch genug Szenen gibt, die leider etwas amateurhaft rüberkommen und wesentlich besser hätten umgesetzt werden können. Zum Anderen ist das komplette Spektakel auf weiten Strecken wirklich menschenverachtend. Das gleiche muss man leider auch von den Gags behaupten. Die Söldner braten Steaks aus Leichen von Farbigen, zocken gegen Dorfeinwohner und sprengen die dann per Handgranate hoch - das ist alles eigentlich eher abstoßend als witzig. Glückerweise gibt es dann dennoch ein paar wenige Szenen, die auch so ganz komisch geworden sind, ohne dabei gleich unter die Gütellinie zu gehen.
Ansonsten bleibt zu sagen, dass der Großteil der Darsteller leider nur unterdurchschnittlich ist. Allein die absoluten Hauptrollen wie Chan sind einigermaßen passend mit talentierten Darstellern besetzt. Der Großteil der Riege allerdings enttäuscht etwas. Erschwerend kommen einige Plotlöcher hinzu, die die Geschichte teilweise recht unplausibel und zusammenhangslos erscheinen läßt. Das eine oder andere Fragezeichen bleibt also in der Luft stehen. Eine gerade und sinnvolle Plotline hat man dann zugunsten der knallharten Action prioritätsmäßig nach Hinten verdrängt.
Es bleibt ein hartes Woo-Werk der jungen Tage, mit gewaltiger und unterhaltender Action, aber mit deftigen Löchern in der Story und nicht wirklich zufriedenstellenden Darstellern. Außerdem fehlen die moderne Woo-Ästhetik und sein Perfektionismus, die dem Mann so unheimlich viele Fans beschert haben. "Heroes Shed No Tears" läßt dies lieber außer acht und kommt direkt zum Punkt - ohne lang zu fackeln oder auf technische Brillianz zu achten...Hauptsache kranke Materialschlacht! Und irgendwie wirkt das alles schon wieder wie Heroic Low Budget Bloodshed at its finest. Etwas zu viel Pathos, teilweise auch recht menschenverachtend und mit einigen cinematographisch schwachen Stellen bestückt, aber dennoch insgesamt gesehen unterhaltender als Hollywoodschnösel à la Sly oder Lundgren. Ein "Hard Boiled" sollte man nicht erwarten, aber Fans hirnloser Action am laufenden Band finden in "Heroes Shed No Tears" sicher einen filmischen Leckerbissen...denn gegen dieses Metzgerwerk wirkt Rambo wie eine verdammte Lusche.