Review


Korean Version/Director’s Cut 97:52mins

"Heroes Shed No Tears was a disaster to shoot. That was my first attempt on making gunfire movies. Things were not ideal. I had to keep tweaking the stories as I shot."

~ John Woo

Grobschlächtiger Kleinkriegsfilm mit Zusammenarbeit aus HK, Südkorea ud Thailand, zu einer Zeit, als Regisseur John Woo noch seinen Weg suchte und sich ausprobierte, trotz bereits einem guten Jahrzehnt eigener Arbeiten und der zwischenzeitlichen und anfänglichen Assistenz bei Chang Cheh. Woo drehte Martial Arts, er filmte eine chinesische Oper, er orientierte sich an dem Stummfilmkino um Charlie Chaplin, eine gleichzeitige gleichseitige Vielfältigkeit wie auch später, bei der Rückkehr aus Hollywood geschehen, mehrere Genres abgegrast, aber nur als Filmemacher für Action ein Begriff. Die HK-Fassung Heroes Shed No Tears lehnt der Regisseur strikt ab, "war eine stupide Auftragsarbeit nach einem fremden Skript mit viel Sex und jeder Menge Albernheiten. Mir gefiel das überhaupt nicht, und so habe ich das Drehbuch erstmal umgeschrieben und den Film dann nach meinen eigenen Vorstellungen gedreht. Die Produzenten waren sehr wütend. Ihnen hat vor allem der Schluss, den man nicht gerade als Happy End verkaufen konnte, nicht in den Kram gepasst und auch nicht, dass ich den Beziehungen der Charaktere untereinander sehr viel Aufmerksamkeit widmete. Sie haben diesen Film einem anderen Regisseur übergeben, der ihn nach ihren Vorstellungen zur Hälfte neu nachgedreht hat. Heroes Shed No Tears ist nicht mein Film, ich will damit nichts mehr zu tun haben.":

Die thailändische Regierung heuert eine Gruppe koreanischer Söldner unter der Führung von Jin Ho-geol [ Eddy Ko ] an, um den mächtigen Drogenbaron Na Il-ron [ Jang Il-Shik ] aus dem Goldenen Dreieck nahe der vietnamesischen Grenze zu Laos gefangenzunehmen. Den Söldnern wie Ro-cheon [ Chin Yuet-Sang ] oder Iron Man [ Ka Lee ] gelingt es auch, sich des Drogenbarons zu bemächtigen, doch seine Männer versuchen, ihn zu befreien. Auf dem Weg dorthin überqueren die Helden Vietnam und müssen sich dem sadistischen vietnamesischen Oberst Lt. Col. Nguyen [ Lam Ching-Ying ] stellen sowie die Familie von Jin Ho-geol, seine Schwägerin Julie [ Lee Hye-Sook ] und seinen Sohn Kenny [ Ma Yingchun ] beschützen, die in einem Dorf in der Nähe der Grenze leben.

Über das Goldene Dreieck wird anhand von Texttafeln aufgeklärt, das Drogenzentrum, die Mission vorgestellt, die Operation, die Motivation, gerade die von Eddy Ko, dann waffenaffin vorgegangen, die Ausreise nach Amerika als Ziel für den halsbrecherischen Einsatz, der Feind ist gut und in Überzahl aufgestellt, man haust in einem alten Tempel, nun Labor und Ladepunkt zugleich, mit Packeseln im unwirtlichen Gelände transportiert, ein Angriff wird vorbereitet. In HK sollen sie letztlich landen, über Laos und Vietnam, dann die erste RPG, das Maschinengewehrfeuer, in Großaufnahme die Kugeln knallend, das Blut spritzend, Leichenberge angehäuft, Mensch und Tier mit Handgranaten aufgeschreckt. Ein wilder Feuerstunt, der Feind und die Drogen mit dem Flammenwerfer verbrannt, übrig bleibt aufgerissene Erde und einige Männer verletzt und verwundet, eine Rettung wird versucht, der Verletzte lehnt selber ab, der Gefangengenommene droht dem Selbstmordkommando, es wird in den Nebel hineingefahren, eine Geisel anbei, das Ziel vor Augen, es ist so nah, die Todesmission hat man erstmal siegreich überstanden, jetzt muss die Familie abgeholt werden, die ist selber schon in Bedrohung.

Der Großvater tot, die Frau und das Kind in Gefahr, eine heimtückische Falle, ein Austausch gefordert. Die Bildsprache ist öfters schon Woo-typisch, die Waffen im Detail, ihre Benutzung, das verteilte Blut, die Bewegungen der Kamera, die dem Wesentlichen folgen, die fallenden Soldaten, umhergeschleudert, tanzend im Kugelballett, die Kameradschaft unter den Männern, trotz verschiedener Eigenheiten, trotz verschiedenen Gründen für den Angriff und das 'Kidnapping', mehr Nahaufnahmen als Panoramen, das riesige Gebiet, welches es zu durchqueren gilt aber auch zwischendurch gezeigt, viele Meilen fremdes Terrain, Feindesland, in Feindes Hand. Die Beziehung zwischen Vater und Sohn ist wichtiger als die zwischen Mann und Frau, das weibliche Geschlecht kaum beachtet, kein tröstendes Wort, trotz ihrer sichtbaren Trauer und der Verzweiflung. Eine riesige Verfolgungsjagd steht an, die Squad folgt den Spuren des Generals, es wird auf Eile gedrängt, man muss in Bewegung bleiben, Dialoge sind öfters mehr, mehr Szenen ausführlicher, spärliche Informationen begleiten den Film, der Antagonist deutlicher gezeichnet, auch gibt es Nachrichten aus dem Radio, Zwistigkeiten zwischen Japan und der Sowjetunion, dazu ein Rückblick auf den Vietnamkrieg, eine Erweiterung der Dimension. Das Geschehen am Kontrollpunkt wird expliziter gezeigt, ein Kopf abgetrennt, es wird auf Điện Biên Phủ verwiesen, die Störenden sind französische Reporter, ein derber Kopfschuss beendet die Diskussion, zwei Männer tot, eine Frau noch am Leben, der Vergewaltigung nah, sie kann mithilfe fliehen, die Rettung eines Menschen und das Gefährden des eigentlichen Auftrags, die Explosionen dröhnen, Detonationen fern und nah.

Grob ist das gehalten, die meisten Actionszenen schon in den ersten 25 Minuten, gleich drei größere Attacken und Verteidigungen, "The war starts now, it's only the beginning.", die Nemesis am Leben gelassen, der erste große Fehler, man wird noch büßen diesbezüglich, die Geschehnisse laufen weiter und werden immer mehr gefährlich. Zwischendurch ertönt Kinderlachen, die Söldner beschäftigen sich mit dem kleinen Sohn, es wird eine Freundschaft untereinander gezeigt, ein Teilen, eine Charakterisierung, es werden die Umstände geklärt, auch ein Gespräch zwischen Frau und Mann, die Träume der Eltern, ihre Wünsche für das Kind, eine amerikanische Bildung, eine Sicherheit im zivilisierten Land wird gesucht und erhofft. Währenddessen hat sich der Antagonist einer neuen Armee bemächtigt, ein Stamm von Jägern und Fährtenlesern, zu Fuß fast schneller als der Wagen, dem sowieso der Sprit ausgeht, ein Vorteil der Kenntnis der Gegend, für die Fremden sieht alles gleich aus, man weiß ungefähr die Windrichtung, es geht hinein in die Wildnis, von der Straße abkehrend. Die Actionszenen aus der HK-Fassung sind alle im Film, manchmal sogar derer mehr, ein Treiben im Schilf, in den Wiesen, in den Gräsern, wieder taucht undurchdringlicher Nebel und Rauch auf, eine Falle wird gestellt, mehr Tote geschaffen, überall liegen Erschossene herum, das ganze Territorium ist voll damit, leblose Körper, wohin man auch blickt.

Dargestellt durch Eddy Ko ist das Verhalten des Helden zweckmäßig, es wird kaum gesprochen, die Taten sprechen hier, mehrfach die Frau gerettet, manchmal auch, ohne dass sie es mitbekommt, überall Angreifer, mit Sperren und Blasrohren gegen herkömmliche Schusswaffen, weitere Verletzungen, ein Nahkampf im Wasser und auf festen Boden, die Brutalität deutlicher, mehr in Augenschein genommen. Ein Chaos aus Kämpfen und Duellen, die Gegenüber in der Mehrzahl und schneller, albtraumhafte Erlebnisse, grausame Geschehnisse. Die Feinde haben zuweilen jegliche Menschlichkeit verloren, ein Kind soll bei lebendigem Leibe verbrannt werden, ein Feuerkreis um ihn geschlossen, ein Horrorszenario, zum Vergnügen des 'Einäugigen', als Genuss besichtigt, zur Befriedigung des Todestriebs. Warum man nicht diese Fassung veröffentlicht hat, bereits 1983/84 erscheint im Nachhinein nicht ganz nachvollziehbar, es gibt mehr und andere Actionszenen, ein Jagen des Jeeps durch einen Steinbruch, ein Stunt am Felsen, ein gegenseitiges Helfen. Der Charakterisierung ist tatsächlich auch mehr, friedliche Einstellungen eingebunden, wenn auch nur für Sekunden, dann wieder Hinterlist und Gegenwehr, einem explodiert ein präparierter Krug im Gesicht, der Tod ist schnell und grausig, verbrannt die Haut, das Leben ausgehaucht, eine Partnerschaft zerstört, sich weiter in den Irrsinn des Privatkrieges gewagt, auf andere Menschen und Anwohner getroffen, eine Reise in das Herz der Finsternis, teilweise Waffen und Bomben dekorativ, wie als Schmuck aufbewahrt. Manche Rückblenden nach Vietnam erinnern an Späteres wie Windtalkers, der Rhythmus der Montagen noch nicht so richtig gefunden, hier wie dort ein allgegenwärtiges Explodieren und fallende Soldaten, ein violentes Treiben, weniger ein Zelebrieren, vielmehr ein deutliches Zeigen der allgemeinen Unübersichtlichkeit, von überall prasseln Schüsse ein, namenlose Sterbende im Bild, die tatsächlichen Verhältnisse zwischen Mann und Frau werden hier geklärt, ein Irrtum der Wahrnehmung, es sind nicht Ehemann und Ehefrau, sie sind verschwägert, seine Frau ist tot, beim Aufwachen erneut ein Großangriff initiiert, diesmal Belagerung statt Angriffshaltung, diesmal in Vorbereitung statt der Überraschung, diesmal mit einer Festung als Drahtzaun, Sandsäcken und Holzbarrieren, man ist präpariert, der Feind steht vor der Tür.

Zuweilen ist der Film auch in dieser The Sunset Warrior oder Close Call With Dead betitelten Fassung ermüdend, trotz oder wegen all der vielen Schießereien und den Flammenbällen, es gibt eine Steigerung, es gibt nur Variationen dessen, man hat das meiste schon in der ersten halben Stunde und nun bloß noch mehr davon gesehen; dafür wird Lam Ching-Ying als gegenüber auch überzeichnet, er schreitet unverwundet durch ein Minenfeld, ein blutiger Augenverband, wie eine Nahtoderscheinung, ein Gespenst für das Selbstmordkommando, ein blutrotes Ereignis. Auch Ko wird zwischendurch getroffen, er ist nicht unverletzlich, er ist ein normaler Mensch mit allen Stärken und Schwächen, er ist nicht kugelsicher, ein Exempel an ihm statuiert, eine Folter als Vergeltungsmaßnahme, die Truppe schreitet weiter im Niemandsland voran; "You have already entered hell.", eine deutliche und tatsächliche Ansage, es geht nur noch um das Überleben, wie auch immer, längst sind Hunderte gefallen, "An Eye for an Eye" hier wörtlich genommen, die Augen malträtiert, die Lider festgenäht, dem Wahnsinn nah, einer der Blast Heroes wird von seinem Sohn gepflegt und versorgt, vorher gerettet, eine Umkehrung der Zuständigkeit, das Schicksal in den Händen des minderjährigen Sprosses gelegt, von diesem am Leben erhalten, die Qual und Selbstaufopferung zwischen verbrannter Erde und qualmenden Ölfässern unendlich, die Kleidung voller Blut, Schweiß und Dreck, wie wilde Hund blind.

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