Die beiden „Rescue Rangers“ Chip und Dale kommen in Hollywood einer Bootlegging-Gang auf die Spur, die billige Kopien bekannter Trickfilme produziert und dafür die "Originaldarsteller" entführt. Was uns dabei präsentiert wird, ist ein wilder Trickmix von 2D, 3D, Stopmotion und Muppets, sogar eine sprechende Socke ist mit dabei. Denn während beispielsweise Chip (John Mulaney) noch in klassischer 2D-Animation auftritt, hat sich Dale (Andy Samberg) längst einem „CGI-Makeover“ unterzogen und läuft als einzige der alten Hauptfiguren in 3D durch den Film.
CHIP’N’DALE ist ein Film, nach dem man im Überangebot von Disney+ suchen muss und dessen Existenz an eine Anomalie in der Filmindustrie grenzt: Akiva Shaffer, ein Drittel der Comedy-Crew „The Lonely Island“, macht aus den längst vergessenen Disneyfiguren Chip und Dale (hierzulande den Älteren vielleicht noch als A-Hörnchen und B-Hörnchen bekannt) ein Meta-Movie über alternde Hollywoodgrößen und die inflationäre Verwertung von „Intellectual Properties“ (IP). CHIP’N’DALE ist deshalb genau so wenig ein Kinderfilm wie FRITZ THE CAT oder MEET THE FEEBLES, sondern vielmehr der einzig legitime Nachfolger von WHO FRAMED ROGER RABBIT.
Das Konzept zog offenbar haufenweise Prominenz an. Selten durfte man in einem Film einem solch spektakulären (Voice-)Cast lauschen: Neben Mulaney und Samberg sind u. a. Will Arnett, Eric Bana, Dennis Haysbert, Keegan-Michael Key, Seth Rogen, J.K. Simmons und Flula Borg zu hören, David Tennant, Paula Abdul und Paul Rudd absolvieren Mini-Auftritte. Dazu kommen haufenweise bekannte IP-Cameos quer durch die Animationsgeschichte, inklusive einem Ausschnitt aus BATMAN VS. E.T.
Klar, dass der Film dadurch mehr zu einer Aneinanderreihung von Sketchen und Schauwerten gerät und die Handlung etwas kurz kommt. Spaß macht er aber allemal.
6.5/10