Sci-Fi's Finest
Eigentlich könnte ich viele positive Eindrücke und Kommentare aus meinen „In Search of Darkness“-Reviews einfach wiederholen bzw. leicht starstruck umreimen. Zu ähnlich, zu gut sind beide Dokubrecher. Kein Wunder, sind ja auch weitestgehend dieselben Macher am Start. Und zum Glück werden sogar nahezu komplett Überschneidungen vermieden - selbst wenn Meilensteine wie „The Thing“ oder „Aliens“ natürlich in beide Netze gepasst hätten. „In Search of Tomorrow“ bietet eine exzellente Übersicht und Aufrollung des damals extrem boomenden Sci-Fi-Genres - und darf wahrscheinlich getrost als ultimatives Konglomerate an Wissen, Werken und Wucherungen dieser gar nicht so weit entfernten Kinogalaxis gelten!
Bis zur Unendlichkeit - und noch viel weiter!
„In Search of Tomorrow“ überzeugt sowohl in Breite, in Tiefe, mit Herz und mit Fachwissen in Sachen Sci-Fi-Perlen der 80er. Und was war das bitte für eine Hochzeit für das futuristische bis dystopische Genre - von „Blade Runner“ über solche Kleinode wie „Galaxina“ bis zu „The Abyss“. Absurd, was in diesem Jahrzehnt alles produziert, prognostiziert und phantasiert wurde! In über fünf Stunden (!) wird philosophiert und reüssiert, geschwelgt und gestaunt - über Tie-Fighter und Roboterpolizisten, von Vulkaniern bis Spacebarbies, über Animegrossstädte und fliegende DeLoreans. Aber das sind nur i-Tüpfelchen auf einer reichlich gefüllten Torte. Mit Milchstraßensträuseln obendrauf. Und köstlichster Trashschleimfüllung. Klar, in Sachen Sci-Fi ist meine Wissens- und Schon-gesehen-Dichte nicht ganz so extrem wie im Horrorbereich, wodurch ein paar mehr Titel besprochen werden, die ich noch nicht gesehen habe. Und dennoch dürfte selbst für noch engagiertere und spezialisiertere Sci-Fi-Nerds noch der ein oder andere Tipp hängen bleiben. Und sei es nur durch einen kurzen Ausschnitt oder das kurz eingeblendete Poster einer noch unentdeckten Perle. Selbst ein „Strange Invaders“ sagte mir z.B. noch gar nichts, sieht sehr nice aus und wird gerne nachgeholt. Es kommen Experten, Beteiligte und Fans gleichermaßen zu Wort - von John Carpenter über Will Wheaton bis zu humorvollen, echten und spürbar extrem intelligenten Wissenschaftlern, die nochmal ganz neue Blickwinkel auf manche Materie geben. Alles in allem also mehr als unterstützenswert und grandios, vielleicht sogar noch ausgefeilter als die erste „Horrorausgabe“ es war. Und es ist noch viel (Welt-)Raum für eine Fortsetzung da…
Fazit: genauso wie die „In Search of Darkness“-Trilogie essenziell für jeden Horrornerd war, ist „In Search of Tomorrow“ ein Must-See für jeden „Sternegucker“. Und seien wir ähnlich - die Schnittmenge ist eh riesig!