Review

Schnell, spaßig, süß


„Sonic The Hedgehog“ hatte vor zwei Jahren erstaunlich gut funktioniert. Eher für Kinder, nicht spektakulär oder ernst (zu nehmen), nicht ohne Kontroverse im Vorfeld, kein Gamechanger, selbst für Videospielverfilmungen - aber er hat seine vollen zwei Stunden bei Laune gehalten, blieb seiner Figur und seinem Spiel treu und war nur so vollgestopft mit Ostereiern und Insidern. Dazu ein Jim Carrey in Topform, gefühlt seit den 90ern endlich mal wieder voll in seinem Element und ohne Leine aufspielend. Kein Wunder also, dass nun schon ein Sequel in die Jahres-Box Office-Charts drängt. Denn der Igel ist extrem beliebt und erfolgreich, gerade bei den Kleineren, vielleicht sogar auf dem Stand der frühen 90er. Und dafür braucht er momentan sogar nichtmal gute Games. Ein Film hat gereicht. Der nun zum Franchise aufgebaut werden könnte. Denn in „Sonic The Hedgehog 2“ entkommt Dr. Robotnik seinem gefängnisähnlichen Pilzplaneten und macht dem blauen Igel auf der Erde wieder mächtig zu schaffen - vor allem auch durch Knuckles, einem Sonic-ähnlichen Muskelpaket, der ebenfalls Rache im Kopf hat…

„Sonic The Hedgehog 2“ legt in vielerlei Hinsicht eine Schippe obendrauf, ändert an der grundsätzlichen Erfolgsformel des „Part I“ aber nada. Wer will es Paramount und Co. verübeln. Sonics (englischer) Synchronsprecher passt immer noch perfekt, selbst wenn Sonic an sich manchmal etwas nerven und eingebildet wirken kann. Aber so ist er nunmal, der flitzende Superstar. Carrey ist noch krasser in seiner überdrehten Rolle und weiterhin ein absolutes Highlight mit Schmunzelgarantie. Es gibt Anspielungen auf die Reihe am laufenden Band und Tails ist ebenfalls eine nette Addition, bringt Herz und Verletzlichkeit mit als „Sonics Robin“. Es gibt rote Doppeldecker und fiese Fallen in einem mayaähnlichen Labyrinth (natürlich angelehnt an ein beliebtes Level), es gibt Riesenrobotniks und magische Ringe, Chaosdiamanten und ertrinkende Igel. Den Verlauf der Geschichte kann man sich zwar mehr als denken und richtig in Gefahr ist Sonic trotz Eggmans verrückten Erfindungen nicht. Aber die flotte Action, die markigen Sprüche, guten Effekte und durchgängig positiven Vibes (nochmal: gerade für U12er) erfüllen ihren Zweck. Komplett. Und deswegen (plus weil ich in etwa wusste, was auf mich zukommt) hatte ich hier fast sogar noch mehr Spaß als im Vorgänger. Ein sehr solides Doppelfeature womöglich (wenn man Sonic und seine Überheblichkeit und gleichzeitig Tollpatschigkeit denn sogar vier Stunden aushält). 

Fazit: mindestens auf dem gleichen Level wie der erste Teil - und somit sehr solide Unterhaltung und eine der besten Videospielverfilmungen aller Zeiten! 

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