Kreditkartenbetrug und andere Kleinigkeiten
Emily hat die Schnauze voll. Kaum ein Job, wenig Geld, weniger Respekt, Hoffnungen und träume deutlich verschüttet. Da gerät sie in eine recht großspurig organisierte, scheinbar nicht allzu gefährliche Kreditkartenbetrügerei - und auf die profitable, aber nicht nur moralisch falsche und gefährliche Bahn…
„Emily The Criminal“ ist ohne Frage einer meiner Geheimtipps des Jahres, der sich hoffentlich im Heimkino noch ein paar Fans und sehr positiv überraschte Zuschauer anlacht. Frau Plaza ist immer cool und sympathisch - besser als hier war sie jedoch noch nie. Das Thema ist reizend, verlockend und sehr, sehr interessant. Kompliziert und doch simpel. Wer hat schon keine Kreditkarte? Aber wer hat wirklich alle seine Daten und Abbuchungen dort unter Kontrolle? Manchmal erinnert das vom Style her an Indiekomödien, im nächsten Moment pulsiert die Anspannung aber unterschwellig fast wie in einem „Drive“. Alles aber nie in einem unrealistischen oder überstilisierten Rahmen. Das bleibt bodenständig und verlässlich, nachvollziehbar und sympathisch. Und Letzteres muss man trotz dieser klaren Straftaten (die jeden von uns treffen können!) erstmal schaffen. Es steht immer etwas auf dem Spiel, Leerlauf gibt’s keinen, die Charaktere ziehen und die Dialoge sind durchdacht, der Vorwärtsdrang ist da und die Neugier, wie es weitergeht, ebenso. Eine sichere Bank für euren nächsten Filmabend mit (Mainstream-)Freunden oder Familie… „Emily The Criminal“ ist (noch) kriminell underrated!
Fazit: famoser, knackiger Thriller - auf den Punkt, mit einer exzellenten Aubrey Plaza, einem interessanten, unterschätzten Thema. Ein ganz anderer, realer „Gangsterfilm“. Sehr gut.