Review

Sechs Menschen wachen in einem Maisfeld auf und können sich nicht erinnern, wie sie hier her gekommen sind. Bis auf jeweils einen Gegenstand hat niemand etwas dabei. Gemeinsam versuchen sie, dem Feld zu entkommen, doch der Weg scheint endlos zu sein. Und sie sind nicht allein.


Filme, die auf eng begrenztem Raum oder in eintönigen Settings spielen, haben immer das Problem, dass sie genügend Abwechslung bieten müssen, damit die Chose nicht anfängt zu langweilen. Emerson Moore schafft das grad so noch, obgleich er abwechslungsreiche Gelegenheiten gar nicht richtig ausschöpft.

Aber die Geschichte selbst ist durchaus interessant genug. Es dauert zwar etwas, bis ein paar der Figuren etwas Fleisch auf ihre Figurenzeichnung bekommen, wobei diese nicht über die Klischees des geschiedenen Vaters, der überarbeiteten Krankenschwester und des traumatisierten Soldaten, der seine komplette Einheit im Krieg verlor, hinausgehen. Zudem erweisen sich nicht alle Figuren als sympathisch, genau genommen war mir nur der von Theo Rossi gespielte Tyler auf Anhieb sympathisch, ich mag Rossi ja eh, aber die atmosphärische Umsetzung erzeugt ausreichend Spannung, damit man am Ball bleibt. 


Das Pacing funktioniert gut. Gerade rechtzeitig bekommen die Gegenstände etwas Bedeutung und werden gewinnbringend eingesetzt.

Dass sich sechs völlig fremde Menschen nicht immer grün sind ist logisch und bei einem Film wie diesem quasi auch unabdingbar. Entsprechend wird sich misstraut, miteinander gestritten und körperliche Gewalt liegt mehrfach in der Luft. Leider sorgt das auch dafür, dass man sich manches Mal reichlich dämlich verhält. Auf den Gedanken, eine leichte Person hochzuheben, damit diese mal über das Feld spähen kann, kommt hier keiner Seele in den Sinn. Und dass man in einem derart unübersichtlichen Gebiet nicht kopflos drauflosrennen sollte, vor allem in unterschiedliche Richtungen, sagt einem eigentlich auch der gesunde Menschenverstand. Das Script sah das aber anders vor.

Für etwas Abwechslung sorgen dann ein Labyrinth und ein Container, wobei speziell ersteres viel intensiver hätte genutzt werden können. Stattdessen wird das Labyrinth als Rätsel viel zu flott gelöst und abgehakt. Schade drum.

So bekommt man das creepy Gefühl in einem endlosen Feld verloren zu sein, etwas Cube-Vibes und ein bisschen Predator ist auch dabei, wenn man sich Schlamm ins Gesicht schmiert. Aber das wurde alles ganz ordentlich zusammengezimmert.


Das Setting ist weniger eintönig als befürchtet, leichte Spannung kommt auf, etwas Mitfiebern ist auch gegeben, das Final Girl ist vorhersehbar und der Score ist angenehm creepy. Hintergründe werden allerdings nicht erklärt.

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