Review

Zum Laschen in den Keller


„The Cellar“ ortet sich für mich routiniert zwischen generischer Hollywoodschauerware, irischem Flair und leichten lovecraft'schen Vibes ein, die zu einem vorhersehbaren, aber immerhin vollkommen konsequenten Ende führen, das sicher sogar Lucio Fulci gefallen würde. Erzählt wird in dem kompakten Angsteinjäger von einer vierköpfigen Familie, die in ein altes, großes Haus ziehen - wo die ältere Tochter schon in der ersten Nacht im Keller mysteriös (und erstaunlich nervenaufreibend inszeniert!) verschwindet. Und schnell stellt sich natürlich heraus, dass es hier ganz sicher nicht mit einer einfachen Teenagerflucht oder alltäglichen, natürlichen Dingen zugeht…

In The Math of Madness

Im staubigen und nebligen Niemandsland zwischen „The Beyond“ und „Poltergeist“ muss man „The Cellar“ nicht lieben. Man kann ihn sogar als recht austauschbar und beliebig abtun. Und dennoch konnte er mir ein paar mal gehörig Angst machen. Er ist einfach verdammt gekonnt und gewissenhaft inszeniert und hochgezogen. Er braucht keine Anlaufzeit und hat keine Längen für mich. Seine Darsteller (selbst die jüngeren) sind solide und das Finnish selbstredend, jedoch immerhin voll durchgezogen und knackig ungedehnt. Selbst wenn man sich und das Budget im Creature Design wohl etwas übernommen hat, sehr wenig der eigentlichen Gefahr gezeigt wird. Und wenn, dann ist das Schlimmste und die größte innere Anspannung definitiv schon von einem abgefallen. Eine gereifte Frau Cushbert füllt fast zwei Jahrzehnte nach ihrem Ausflug ins Waxmuseum ihren Part solide. Wie so oft bleibt die Frage, warum die Familie auch nach schlimmeren und handfesteren Erfahrungen das Horrorhaus nicht einfach verlässt (obwohl die vermisste Tochter hier immerhin halbwegs einen Grund liefert). Insgesamt kann man also auch mit einem schon oft ähnlich gegessenen Menü gut auftrumpfen und Adrenalin treiben - man muss es nur ein gutes Stück knackiger und engagierter, stilvoller und standfester machen als die Konkurrenz! 

Fazit: gewohnter, familiärer und unüberraschender Grusler zwischen Lovecraft, Irland und Stangenware. Nie allzu weit von „Insidious 27“ und Co. entfernt. Dennoch stellenweise sau effektiv, on point und spannend. Dämonische Mathematik! 

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