Review

Der Horror einer Sexikone


Der Rock fliegt hoch, die Ukulele klingt, 
dabei die Schönheit in Selbsthass und Komplexen versinkt.

Der Wilder schimpft, die Diamanten strahlen, 
ein Blowjob für den Präsidenten, mit dem kann man nicht immer prahlen. 

Die Niagarafälle peitschen, die Blondinen zirzen,
selten waren mehr Flecken auf weißen Schürzen.

Die Cowboys machen Augen, die Sportler vergehen in Eifersucht,
selten lag eine Ikone gepeinigter in der Netflixbucht.

She Will Be Loved

Für viele eher Miseryporn nach Starstruckart,
dennoch hat „Blonde“ auch genug unterschwellige Momente in zart.

Die Inszenierung ist innig und verstörend, de Armas schüttet Herz und ihre Seele aus,
es schmerzt und knarzt und leidet in allen Wänden dieses hübschen Haus'.

Ein Dreier hat Eier für Geier,
sicher ist: das ist nicht die alte Leier! 

Manchmal am Rand zur Parodie oder einem schmerzhaft schlechten Werk,
dennoch ich viele Gedanken und Emotionen nun auch Tage später noch merk'. 

Immerhin wird hier eine der hübschesten Frauen und einer der mysteriösesten Stars aller Zeiten brutal auseinandergenommen,
kein Wunder, dass er polarisiert, einige Zuschauer und Kritiker gänzlich sehen verschwommen. 

Das ist hart, das ist Schock, das ist sicher auch übertrieben, einseitig und anstrengend,
dennoch fängt „Blonde“ (ähnlich wie früher dieses Jahr „Spencer“) eine fragile Seele ein sehr beklemmend. 

Fazit: ziemlich mutiger, verstörender, böser und deprimierender „Verriss“ einer Legende. Oder eher den Zeiten, der Familie und der Gesellschaft, in der sie lebte, all das, was sie zerstörte und zu dem machte, was sie war. Und wohl in dieser Art nie sein wollte. So hat man Marilyn Monroe definitiv noch nicht gesehen. Ein mächtiges, kreatives und elliptisches Martyrium. Unangenehm und urgewaltig. Und Ana De Armas ist eine Sensation obendrauf. Insgesamt ein Hate-it-or-Love-it-Highlight des Filmjahres - wo ich stehe sollte klar sein! 

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