"(...)
I love these action scenes. I love filming action. So that's like a party for me. It doesn't bother me. It was more about the heat. There was a couple of days there when we were at the hotel. All the hotel scenes were shot over a period of four days, and those were brutal. It was like 104, 105 [degrees], and 90 percent humidity. There wasn't a moment where you were when you were dry. It was just constant wet. You go on to the shore constantly wet. We were just dipping rags and water and putting them on our heads, trying to stay cool. There was no AC at that hotel. It was condemned. I think it's been bulldozed since. The only cool hiding place was either in a car or in the trailers. You don't get to spend much time in the trailer as a director. So I think that was more of the difficult aspect of it."
~ Brian Skiba
Qualitätskino von Grindstone und Lionsgate, hier noch mit der Unterstützung durch Andrew Stevens Entertainment, wobei der Chef die Chance nutzt und die naheliegende Option, im Film selber gleich mitzuspielen. Der Rest vom Cast wird mit ebensolchen Namen gewürzt und angepriesen, für das Marketing allen voran Emile Hirsch, der sich die letzte Zeit erstaunlich eng und oft im Umfeld von Randall Emmett herumgetrieben hat und sich seine wenige Reputation damit zielstrebig verspielt, und John Cusack, der auch schon das gleiche Milieu gewählt hat oder dazu gezwungen wurde und hiermit ebenso abseits von Hollywood und früheren Zeiten entfernt ist. Hirsch und Cusack kennen sich gar, ist dies die zweite Zusammenarbeit (nach dem besser aufgenommenen Western Never Grow Old, 2019) und der zweite Titel für die DtV - Generation, die sich allwöchentlich durch die Massen an Angeboten wühlt:
Der leicht berauscht wirkende 'Super-Hacker' Rick Calloway [ Emile Hirsch ] hat gleich mehrere Probleme am Hacken. Zum einen ist seine Frau entführt worden, das Lösegeld zwar bezahlt, aber immer noch keine Spur von ihr. Zum anderen werden die Drogenjoints seines Vaters Jack Calloway [ John Cusack ] nach und nach gestürmt und entleert, was dessen Boss Frank Diego [ Andrew Stevens ] auf die Palme bringt und er deswegen ein Kopfgeld auf den als Verräter geltenden Rick aussetzt. Als Rick selber bei einer seiner illegalen Aktionen in New York vom Polizisten Mike Breslin [ Jake Manley ] geschnappt wird und nach Arkanas überstellt werden soll, nutzt er eine seiner vielen Quellen, um den Cop an sich zu 'binden'; etwas, das hilfreich ist, als bei Ankunft vor Ort tatsächlich ein Anschlag auf ihn erfolgt und er aus dem Gewahrsam der Polizei 'befreit' wird, aber dadurch umso mehr in der Bredouille steckt. Breslin, der von State Trooper Taye Biggs [ William Katt ] nur wenig Hilfe erwarten kann, und die als Kleinstadtsheriff tätige Zoe Carter [ Elizabeth Faith Ludlow ] an seine Seite gestellt bekommt, macht sich selbständig auf die Suche nach dem Verschwundenen.
Hier ist also Pursuit dran, ein Actionthriller wird angepriesen und versprochen, das Budget im einstelligen Millionenbereich, mehr ist nicht zu machen und mehr ist nicht zu holen, der Markt ist gleichzeitig übersättigt und an Reizvollen trotzdem leer. Ein Widerspruch in sich, genauso wie der Film hier, der Start digital, der Rest analog, die Handlung hier und heute, der Hauptdarsteller im Aussehen wie aus den Achtzigern gefallen und wie eine dünnere, aber ebenso beharrte und auch so spielende Ausgabe von Jack Black. Die Entführung einer Frau, die Verhandlung über das Lösegeld wird im Darknet abgewickelt, verlangt werden Bitcoin als Ausgleich, auch die Bilder der Geiselnahme übertragen sich über das Netz. Das Setting ist von vornherein nieder, nicht nur wegen des ausgehenden Verbrechens, sondern von der Gestaltung und den Figuren, die (durchaus kräftigen) Bilder voll mit Schäbigkeit und White Trash. Eine blutige und ordentlich zelebrierte Schießerei in einem ranzigen Motelzimmer während eines Drogendeals eröffnet den Reigen der (wenigen) Actionszenen, die Zeitlupenmontage ist für die Herkunft recht effektiv und die praktischen Effekte ebenso hilfreich; auch wenn da insgesamt vielleicht nur ein Dutzend Kugeln fliegen. Folgend noch eine fußläufige Verfolgung durch ein nahezu leeres Einkaufszentrum, immerhin knallt auch da die abgefeuerte Munition laut und deutlich.
Die Handlung selber ist da auch schon auf der Flucht, erst entschwindet sie dramaturgisch aus dem Spannungsfeld, dann wird tatsächlich bei einem Angriff auf einem Kleinstadtairport der von allen Seiten gesuchte Hauptdarsteller gleichzeitig aus den Fängen der Polizei befreit und in das Kartell hinein entführt; erzählt werden gleich mehrere Dinge, die über Umwege miteinander verzweigt sind, mal hängt die Familie mit drin und mal das Geschäft. 'Blut ist dicker als Wasser' wird hier ebenso gepredigt wie 'Geld stinkt nicht', außerdem gibt's parallel Ereignisse draußen vor den Toren der Stadt und mitten in ihr drin, verbunden wird das Ganze eingangs nur durch Recherche des Hackers, heutzutage macht die Elektronik alles und steht und erledigt das Meiste sowie das Web. Beim Schauspiel selber hilft es wenig, die Darsteller hier sind (teilweise, nicht allesamt) wie durch den Wind, Dialoge und Monologe unnatürlich, ein bisschen wie unter dem Einfluss von Substanzen, vielleicht auch nur einem falsch verstandenen und nicht korrigierten Ansatz geschuldet oder dem Nichtkönnens; nützlich sind zwei der jungen Generation und einige altgediente Veteranen wie eben Stevens oder William Katt, selbst Stunt Performer Benseman ist glaubwürdiger als manch seiner Kollegen.
Nützlich ist auch, dass sich ab dem zweiten Drittel der Plot komplett nach Arkansas in die begrünte Pampa von Lonoke County, Little Rock und das dortige Gemauschel aus korrupten Officers und skrupellosen Gangsterbossen, mit altmodisch ländlichen Villen als Behausung und viel Natur vor der Haustür verlagert, ähnlich wie Every Last One of Them (2021), eine Art Badlands-Noir mit explodierenden Economy Inn, in der der Fisch vom Kopf her stinkt, bei häuslichen Gewaltszenen der Vorhang zugezogen wird und (ungünstigerweise) jeder jeden kennt. Ein wenig mehr Tempo könnte man haben, eine stringente Geschichte und etwas weniger das Ausruhen auf Foltereinlage und Blutbad, darüber hinaus funktioniert das Stimmungsbild einer von innen heraus verrotteten Gesellschaft hier schon, ein wenig, wenn man sich denn auf zähe Kommunikation und Junk einlassen kann und Geduld und Muße mitbringen will.