Review

Mit Filmen wie „Blackout“ oder „KM. 31“ hat der mexikanische Regisseur Rigoberto Castañeda bereits unter Beweis gestellt, es problemlos mit durchschnittlichen Hollywoodproduktionen aufnehmen zu können. Nun kehrt er jedoch mit deutlich weniger Budget zu seinen Wurzeln zurück und liefert eine, vorsichtig ausgedrückt, merkwürdige Genremischung ab.

Pedro will aus dem Kartell aussteigen und hat sich mit seiner Familie und unzähligen Wachleuten in eine technisch hochwertig ausgestattete Residenz zurückgezogen. Als das offenbar kranke Mädchen Lina von den Wachleuten aufgegriffen wird, taucht kurz darauf ein Killerkommando am Anwesen auf, welche Pedro für Leute vom Kartell hält. Doch er täuscht sich…

Die ersten Einstellungen mit merkwürdig maskierten Kämpfern, die mit langen Schwertern hantieren, deuten bereits auf eine übersinnliche Komponente hin. Zumal Lina als kleines Häufchen Elend in der Nähe hockt, um kurz darauf vom Schauplatz zu fliehen.
Die darauf folgende Figureneinführung ist zweckdienlich. Es gibt ein Minimum Familiendrama und einen Sohn, der im Beisein seiner Stiefmutter (und einstigen Tante) mit einem Ouija-Brett beschäftigt ist, was ebenfalls auf paranormale Einflüsse für den weiteren Verlauf hindeutet.

Nach rund 20 Minuten folgen die ersten Actioneinlagen mit etwas Blutvergießen, woraufhin sich eine Belagerungssituation ergibt, welche stark in Richtung Home Invasion tendiert.
Jedoch gibt es zwischen den Zeilen deutliche Hinweise, wie sich die Situation entwickeln könnte und auch einige Rückblicke geben Aufschluss. Und, Überraschung, im letzten Drittel vermengen sich hauptsächlich Horror und Action, was allerdings einige inszenatorische Schwächen offenbart, die zuvor noch nicht so deutlich ins Auge stachen.

So ist die Choreo einiger Zweikämpfe recht unterdurchschnittlich ausgefallen, es mangelt an Dynamik und überzeugenden Moves, wogegen die Einlagen einiger Parkourkletterer durchaus sehenswert sind. Auch manche Dialoge driften ins Trashige ab, wozu einige Ausfälle bei der Synchro umso mehr beitragen. Hinzu gesellt sich ein Score, der oftmals falsch dosiert klingt und folgerichtig bei einigen Szenen deutlich drüber ist. Auch der Einsatz von Split Screen wird überstrapaziert, denn eine dramaturgische Wirkung ist zu keiner Zeit auszumachen.

In groben Zügen verläuft die simpel gestrickte Geschichte vorhersehbar, hin und wieder kommt es zwar zu halbwegs spannenden Einlagen innerhalb der Belagerungssituation, doch am Ende dominieren klar die übersinnlichen Elemente und führen die Angelegenheit immerhin zu einem konsequenten Ausgang. Freunde anspruchsvoller Kost sind also keineswegs gefragt, denn der krude Genremix fällt so speziell aus, dass er nicht einmal einem bestimmten Klientel zu empfehlen wäre.
4,5 von 10

Details
Ähnliche Filme