Kaum ist Murnaus Nosferatu 100 Jahre alt, bemüht man sich bei Asylum einen wahren und waschechten Dracula hervorzubringen. Wäre dieser filmische Mumpitz vor den Ausgaben der Hammer Studios entstanden, würde Dracula mit Sicherheit niemals eine derart ikonische Figur markieren.
Det. Amelia van Helsing jagt einen Serienkiller. Während ihre Geliebte Mina es beruflich mit einem Grafen zu tun hat, gibt es vom befreundeten Chemiker Harker eindeutige Hinweise auf die Legende eines Blutsaugers, was van Helsing als pure Fantasterei abtut. Doch dann wird Mina entführt…
Man weiß gar nicht genau, zu welcher Zeit und an welchem Ort die Chose angesiedelt ist. Telefone gibt es bereits, in Ansätzen auch elektrisches Licht, jedoch auch jede Menge Kerzen und tote Titten, für die Regisseur Maximilian Elfeldt augenscheinlich ein Faible hat, indem er weibliche, unbekleidete Leichen mehrfach aus einer bestimmten Perspektive ablichten lässt.
Zwar taucht ein Großteil der Namen aus Stokers Roman in veränderter Konstellation auf, doch eine augenscheinlich lesbische Ermittlerin ist für jene Zeit doch reichlich tollkühn und nicht gerade der Authentizität dienlich. Gleiches gilt für einige Hintergrundlandschaften, in denen weder Statisten zu sehen sind und in denen sich nicht einmal die Wolken fortbewegen.
Pferde gibt es auch nicht.
Da kann einem der einzig bekannte Mime Michael Ironside in der Rolle als Gerichtsmediziner schon ein wenig leid tun, denn der bemüht sich während der kurzen Takes zwischen Frühstücksei und Mittagspause immerhin um ein wenig Ausdruck und Minenspiel. Ganz im Gegensatz zum titelgebenden Blutsauger, der zu keiner Zeit Furcht einzuflössen vermag. Er wirkt eher wie der Bassist einer längst vergessenen Metalband aus den 80ern und könnte kaum schlechter besetzt sein. Die übrigen performen jedoch ebenfalls stocksteif, was zur gesamten Inszenierung passt, welche sich auf die eher langweiligen Passagen aus Stokers Roman konzentriert.
Die Angelegenheit labert sich beinahe zu Tode, bevor man es im finalen Akt noch mit einigen Gehilfen des Vampirs zu tun bekommt, welche sich allerdings eher wie Zombies gebären. Blut fließt beinahe gar nicht und Action ist überdies nicht vorhanden, mal abgesehen von kurzen Rangeleien zwischen den Kontrahenten. Die wenigen Spezialeffekte beschränken sich auf schlecht animierte Fledermausschwärme, aufleuchtende Klüsen und einen kleinen Pyroeffekt.
Einzig Teile der Innenausstattung und Parts des Scores sind der Produktion positiv beizumessen, der Rest ist humorfreier Humbug unterer Kajüte. Begriffe wie Spannung oder Atmosphäre müssen erst gar nicht ins Spiel gebracht werden, - es ist eine peinliche und kaum unterhaltsame Zurschaustellung geballten Unvermögens.
2 von 10