Review

Mit Cronenbergs gleichnamigem Film aus dem Jahre 1970 hat das hier nichts zu tun. Womit er was zu tun hat, das ist allerdings auch nicht so leicht zu benennen. In einer nicht näher bestimmten Zukunft spielend gibt es die von Cronenberg gewohnten Motive der Biotechnologie und der Veränderungen des menschlichen Körpers. Bekanntes Terrain für den Kanadier, hier allerdings wenig fokussiert auf Film gebannt.

Saul Tenser ist Performanceartist, dem neue Organe wachsen, welche er öffentlich im Rahmen seiner Darbietungen entfernen lässt. Unter Beobachtung stehend von der Nationalen Organregistratur und in Kontakt kommend mit einer Gruppe von modifizierten Evolutionisten findet er sich zwischen den Aspekten der Kunst und der Weiterentwicklung der Spezies wieder.

„Crimes of the Future“ hat durchaus ein paar interessante Punkte zu bieten. Unter der teils wirren oder auch mal drögen Inszenierung spielen Themen wie Zurschaustellung und Evolution rein, ebenso der Aspekt, dass der Müll auf der Welt überhand nimmt. Aber organisch (sorry) verwoben fühlt sich das nicht an, da kann das Ganze noch so bedeutungsschwanger tun. Dazu war mir die ganze Welt, in der das alles stattfindet, zu wenig greifbar.
Der Score von Howard Shore ist dafür ein Ohr wert, doch neben den wie so oft bei Cronenberg interessanten biologisch-technischen Konstrukten schleichen auch immer wieder eher unansehnliche glatte CGI durchs Bild. Auch wirkt alles recht günstig, gedreht wurde in und um Athen, augenscheinlich teilweise in verlassenen Bruchbuden.

Besehe ich mir Cronenbergs filmisches Schaffen, zähle ich das hier nicht zu seinen besseren Beiträgen. Dazu ist er zu vor-sich-hin-schlabbernd und wenig strukturiert. Verbirgt sich auch manch spannendes Thema hier, so richtig zu greifen bekommen hat mich der Film nicht. Und ich ihn ebenso wenig.

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