Review
von Leimbacher-Mario
Da haben wir den finnischen Eiersalat
In „Hatching“ brütet ein junges Mädchen in ihrem Bett ein wachsendes und mysteriöses Ei aus - woraus schnell ihr neuer bester Freund und größter Alptraum in Personalunion schlüpft…
Auch im Genre boomt der Coming-of-Age-Film schon länger, wird nicht selten mit dem Monstermovie verbunden. Wie auch hier. Gründe warum dieser finnische Beitrag dennoch aus dem Konkurrenzwust heraussticht gibt es eine Menge. Eine liebenswerte und ganz starke Jungdarstellerin (sogar in ein herausfordernden Doppelrolle). Eine bissige Satire auf das aufgesetzte Leben einer perfekten (Instagram-)Familie. Und einer wirklich hassenswerten Egomum. Ein trauriger Kommentar zum Thema „Liebe doch einfach deine Kinder“. Gesunde Härte, ein fies-furioses „Monster“ zwischen Horror und Mitleid, trockenster Humor. Sehr brauchbare Effekte, praktische wie digitale. All das zeigt einmal mehr, dass die skandinavischen Staaten momentan oft genug wirklich mehr als respektable Genreware raushauen. Von „Border“ bis „Koko-Di Koko-Da“, von „The Innocents“ bis „Lamb“, von „Thelma“ bis eben zu diesem übergroßen Osterei aus der herzabstinenten Hölle.
Fazit: schöner Coming-of-Age-Creature-Feature-Hybrid aus Finnland. Mit der vielleicht fiesesten Mutter des Jahres. Und einem der ambivalentesten „Monster“.