Die 12-jährige Tinja findet ein verlassenes Vogelei im Wald und nimmt es mit zu sich nach Hause. Wohlbehütet in ihrem warmen Bett beginnt das rätselhafte Ei bald, größer zu werden – viel größer! Es dauert nicht allzu lange, da machen sich erste Lebenszeichen unter der harten Schale bemerkbar. Was schließlich aus dem Riesenei schlüpft, hätte Tinja sich in ihren dunkelsten Träumen nicht vorstellen können ...
Und wieder ein Film aus dem Bereich des neuen Sub-Genres Horrorkunst, der in letzter Zeit den Markt überfluten. Nicht bei allem bin ich immer auf Linie des Feuilletons, das ja diese Filme immer in den Himmel lobt. HEREDITARY fand ich klasse, mit MIDSOMMAR konnte ich rein gar nichts anfangen.
HATCHING ist zumindest interessant. Denn hier bekommt man nicht wirklich einen reinen Horrorfilm geboten, sondern auch noch eine Sozialstudie, wie ehrgeizige Mütter ihre Kindern verheizen und wie schwer es der Protagonistin auch fällt, hierbei ein normales Leben zu führen und die Freude der jugendlichen Unbekümmertheit nicht erleben zu dürfen, denn zum Beispiel auch in Sachen Ernährung ist ihre Erzeugerin gnadenlos. Da kommt der neue Kumpel gerade recht.
Nun gebe ich aber zu, nicht alles verstanden zu habe. Dachte ich die meiste Zeit, dass dieses Vögelchen was da geschlüpft ist, nur in der Einbildung des Mädchens existiert, wurde ich dann doch irgendwann eines besseren belehrt. Wieso dieses (ích versuche nicht zu viel zu spoilern), dann irgendwann eine andere Form annimmt, ist für mich auch nicht verständlich. Aber ich habe nur Mittlere Reife, vielleicht überfordert das meinen Intellekt.
Sehr schick ist die Animation, die angeblich ohne CGIs auskommt, denn das übergroße Vögelchen ist schon irgendwie putzig mit seinen riesigen, teilweise treudoofen Augen Auch die Hauptdarstellerin weiß zu gefallen. Die Mutter ist zwar ein fieses Miststück, aber auch das muss man erst mal spielen können. Auch das Ende hat mir sehr gut gefallen.
Ein durchaus interessantes, wenn auch in meinen Augen nicht immer ganz schlüssiges Kleinod, was sich aber unheimlich schwer bewerten lässt, weil es nun wirklich kein Mainstream ist. Die Handlung ist zwar grundsätzlich stringent, aber verschiedene Dinge kann man sicherlich in viele Richtungen auslegen.
Ich lasse die Bewertung hierfür mal offen. Subjektiv wäre ich irgendwo bei 7,5, aber es gibt bestimmt auch jede Menge Menschen, die hier ein Meisterwerk sehen und genauso viele, die sich denken, was das für ein Quark ist.