Ein nordischer Film. Dafür bekommt er schon mal 3 Vorschusspunkte.
Aber: Wenn man nicht intellektuel, hoch gebildet, nobel und feinfühlig ist, dies jedoch vorgibt zu sein, dann sollte man die Finger von der Sichtung lassen.
Ich erfülle nicht alle dieser Attribute, habe den Streifen dennoch gesehen und bin schwer enttäuscht.
Vielleicht enttäuscht von mir selbst, dass ich nicht alle diese Eigenschaften aufweise, um diesen Film genießen zu können.
Ich bin offenbar dumm und kann mich in diese 90 Minuten nicht hinein fühlen. Nö, das geht nicht.
Man kann "Hatching" mit "Lamb" vergleichen, ohne dass die Genialität von Letzterem erreicht wird. In der Grundstruktur und im Erzähltempo sind sie sich sehr ähnlich, doch ist "Hatching" tatsächlich nur saublöde.
Man könnte an dieser Stelle Spoilern, aber das möchte ich nicht. Viel zu Spoilern gäbe es auch nicht. Man kann, und ich möchte auch Nichts darüber schreiben.
Die Inszenierung ist nordisch, ohne jeden Zweifel, auch der versuchte Suspense kommt nicht aus dem Westen. Dieser ist nicht schlecht aber ... aber kommt bei mir nicht an. Er langweilt.
An manchen Stellen versucht er gruselig zu sein, versucht empathisch zu wirken, doch diese Empathieversuche werden schon alleine aufgrund der DarstellerInnen genommen. Weder die Mutter, noch die Tochter, und v.a. nicht der Sohn kommen bei mir "an".
Ja, viele werden jetzt sagen "So finster die Nacht" war auch langweilig. Ja, das stimmt. Doch auf eine andere Art und Weise. Bei "Hatching" habe ich keinerlei Emotionen gespürt. Null, Niente, Nada. Bei Ersterem mochte ich sogar das Remake.
All diese Gefühle kommen bei "Hatching" nicht rüber bzw. bei mir nicht an. Sorry.
Ich find das Haus von denen cool, den neuen Partner der Mutter sehr nett, und ansonsten springt kein einziger Funken auf mich über.
Selbst wenn das Finale teilweise überzeugt, so bin ich bis zu diesem schon längst eingeschlafen. Man muss einen Film nicht auf's Unendliche hinauszögern, versuchen irgendwelche Gefühle zu vermitteltn, um danach ganz OK zu enden.
FAZIT: Ein guter, nordischer Film. Leider ist die Inszenierung derart von langweilig, dass einem alles im Ofen anbrennt, da man inzwischen eingeschlafen ist. Ja, ich liebe diese nordischen Filme, auch dieser Streifen hat seine Stärken. Jedoch überwiegen für mich leider die Schwächen.
Es tut mir leid, aber ich kann dem Film nicht mehr als 5/10 Punkten geben.