Die folgende Kritik beinhaltet SPOILER!
Die 12jährige Turnerin Tinja (sehr stark: Debütantin Siiri Solalinna) findet im Wald ein Ei. Sie nimmt es mit in ihr Zimmer, wo sie es unbemerkt von ihren Eltern ausbrütet. Das Ei wächst rasant & schließlich entschlüpft ihm eine vogelähnliche Kreatur, die für Tinja bald zum Freund & Beschützer zu werden scheint.
Hanna Bergholms Horror-Märchen steckt voller Symbolik & Metaphern. Angerissen werden viele unangenehme Dinge, wie (sportlicher) Leistungsdruck, (zu) hohe Erwartungshaltung, Einsamkeit, Perfektionismus, falsche Fassaden, Selbstwahrnehmung, psychologischer Missbrauch, mentale Probleme.
Das wahre Monster des Films ist natürlich Tinjas Mutter, großartig gespielt, nein, verkörpert von Sophia Heikkilä. Sie ist eine grausame narzisstische Manipulatorin, für die alles perfekt sein muss & die die (gar nicht) heile Familienwelt in ihrem Video-Blog stolz präsentiert. Tinja kommt gegen sie nicht an & droht zu zerbrechen.
Und (wenn man den Streifen so deutet wie ich es tue) zerbricht sie letztendlich auch. Tinja fällt ihrer Mutter zum Opfer, sie (bzw. ihre Seele) stirbt. Eine andere Tinja lebt an ihrer Stelle weiter. Eine Tinja, die vielleicht besser in diese Familie mit dieser höllischen Matriarchin passt. Gefällt mir jetzt, da ich drüber geschlafen habe, noch besser.
8,5/10