Verhaltensstudien in Form von Feldexperimenten können durchaus interessante und spannende Fakten zutage fördern, wie etwa das Stanford-Prison-Experiment, bei dem Freiwillige über einige Tage Wärter und Gefangene „spielten“. Später setzte Oliver Hirschbiegel diese Ereignisse im Film „Das Experiment“ um. Hier klingt bereits die Prämisse ein wenig zweifelhaft, denn außerhalb bestimmter S/M-Kreise macht es wenig Sinn, aus Menschen Hunde zu machen.
Eines Tages wird Lisa auf offener Straße entführt, in ein ehemaliges Schlachthaus verfrachtet und an eine Kette in eine Art offenen Zwinger verlegt. Kurze Zeit später gesellt sich mit Adam ein weiterer unfreiwilliger Proband hinzu, welchem ebenfalls ein elektronisches Kontrollhalsband umgelegt wird. Doch welche Ziele verfolgen die Typen hinter den Schutzanzügen?...
Eventuell hat sich Autor und Regisseur Randy Van Dyke ein wenig mit Kaspar-Hauser-Experimenten beschäftigt, vielleicht auch mal etwas von Wolfskindern gelesen, doch in dieser Form erscheint das Ziel der Verantwortlichen mehr als fragwürdig. Natürlich spielen diverse Erniedrigungen eine Rolle, Geschäfte müssen über einem kleinen Freiraum in der Zelle erledigt werden und es wird täglich ein Napf mit Hundefutter vorgesetzt. Doch mit nur zwei Teilnehmern lässt sich schwerlich eine empirische Studie führen.
Insofern fallen die Sets recht minimalistisch aus, der Stoff nimmt kammerspielartige Züge an und zwangsläufig tauschen sich die beiden Gefangenen ein wenig aus, was allerdings einige überaus platte Dialoge zutage fördert, was die schwache Synchro noch verstärkt.
Direkte Gewalteinlagen finden sich nur wenige, es fließt kaum Blut und würde der zweite Teil der Erzählung nicht mit einem Twist eingeleitet, wäre es mit dem Interesse merklich bergab gegangen.
Mit jener Wendung tun sich jedoch eklatante Logiklücken und Unwahrscheinlichkeiten auf, welche die Handlung bis zum Ende durchziehen. Immerhin wird zum finalen Akt das Tempo angezogen und die Spannung nimmt insgesamt ein wenig zu, doch weitere Wendungen bleiben eher aus, wogegen der Showdown sogar recht erahnbar abläuft.
Das schwache Schauspiel der wenigen Beteiligten ist ein weiteres Manko, während zumindest auf handwerklicher Seite nicht viel zu bemängeln ist und der Score zweckdienlich arbeitet.
Hauptsächlich hapert es an der wenig durchdachten Geschichte, die mit argen Unzulänglichkeiten in Richtung Glaubwürdigkeit zu kämpfen hat, was die einigermaßen flott vorgetragene zweite Hälfte kaum kaschieren kann.
3,5 von 10