5
Ein kammerspielartiges Drama in nur einer muffigen Zelle und mit bloß einer handvoll Akteuren. Zumindest eins kann man dem französischen Film nicht vorwerfen: Er ist nicht die x-te Imitation eines US-amerikanischen Vorbilds. Auch ist die Konstellation an sich durchaus reizvoll, weil einer Gruppe von nicht gerade alltäglichen Charakteren (darunter eine Transe und ein geistig zurückgebliebener Selbstverstümmler) plötzlich mit einem Necronomicon-artigen Zauberbuch eine immense Quelle der Macht in die Hände fällt, die theoretisch endlose Möglichkeiten wie auch Gefahren birgt. Einige Resultate/Szenen sind dann auch bewusst absonderlich. Weniger gut oder realistisch ist aber, dass es nicht schon viel eher zu Mord und Totschlag kommt und dass vor allem niemand außerhalb des Raums groß reagiert, wenn ein Insasse auf einmal dicke Brüste oder keine Finger mehr hat!
7
Langsam beginnen mir die Franzosen zu imponieren. Immer mehr junge Filmemacher bringen frischen Wind in die Studios und erzählen Geschichten fernab des alltäglichen. Das Drehbuch zeichnet ein authenisches Bild der Szenerie. Die interessanten Charaktere werden sehr gut herausgerarbeitet und von fähigen Schauspielern mit Leben erfüllt. Vor allem der intellektuelle Gattinnenmörder pendelt sehr glaubhaft zwischen Erhabenheit und Wahnsinn. Erstaunlicherweise ist der Film trotz der FSK 16 recht blutig und sadistisch (Der Mord an dem Zurückgebliebenen und die diversen sexuellen Untertöne haben es in sich!). Das makabere Finale inklusive der Schlusspointe setzen den Höhepunkt in einer nich alltäglichen Produktion. Score: 7 Härte: 5
0
Aus Frankreich kommen in letzter Zeit wirklich gute Genrefilme (Vidoque, Die purpurnen Flüsse). Der hier ist eine Nummer kleiner, aber auch nicht schlecht. Die Beschränkung auf einen Schauplatz mag nicht jedem liegen, trägt aber zur Atmosphäre bei. Und auch die Schauspieler spielen nicht mehr so zappelig wie im französischen Kino früherer Jahre.