Für gewöhnlich bin ich nun wirklich kein Fan von Kampfsportfilmen aller Art. Was jedoch Regisseur Prachya Pinkaew unter anderem und vor allem mit Hauptdarsteller Tony Jaa (bzw. Panom Yeerum) abliefert ist aller Ehre wert.
„Ong-Bak“ überzeugt meiner Meinung nach in erster Linie durch die doch relativ harte „Muay Thai“ – Kampfkunst, bei welcher sämtliche Körperteile, jedoch hauptsächlich Knie und Ellbogen zum Einsatz kommen, was ja nun nicht in jedem Kampfsport üblich ist. Hauptdarsteller Panom Yeerum beherrscht diese Kampfkunst jedenfalls nahezu perfekt und zeigt dies auch dem Zuschauer in aller Ausführlichkeit und mit so ziemlich allen Techniken bis ins kleinste Detail.
Leider kommt natürlich bei all der hohen Kunst des Kämpfens die Story bzw. die Inhaltliche Tiefe etwas zu kurz, was man aber wohl bei einem Film dieses Genres von vorne herein ausschließen sollte. Viel lieber sollte man die perfekt in Szene gesetzten Kampfszenen genießen. Diese werden zum Teil, in Form von zig Wiederholungen, mehr als nur ausführlich gezeigt, begeistern aber immer wieder aufs Neue. Auch in den etwas ruhigeren Phasen, welche allerdings relativ selten sind, kann die Kameraführung zwar nicht überzeugen, aber zumindest eine respektable Leistung liefern.
Ebenso wie bei der Story ist auch das schauspielerische Talent zum Großteil nicht wirklich gegeben, aber ich für meinen Teil kann dabei bei so einem Film gerne darauf verzichten. Ein van Damme ist ja auch nicht unbedingt einer der großen Hollywoods und reiht sich meiner Meinung nach auch hinter Panom Yeerum ein, ohne dabei unfreiwillig komisch zu wirken. Und ja, der Streifen ist voller Klischees, welche man ja inzwischen zu genüge kennt. Trotzdem finde ich „Ong-Bak“ einen mehr als nur gelungen Kampfsportfilm.
Alles in allem unterhält „Ong-Bak“ gut 90 Minuten lang sehr gut und glänzt natürlich in erster Linie mit sehr gute Kampfsporteinlagen, welche zwar Hart, aber in keinster Weise übertrieben wirken oder gar vor Blut triefen. Die Story ist dabei, genau wie ein Großteil der Darsteller, aus meiner Sicht zweitrangig. Für mich großes Kampfsportkino!