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"Ong-bak" ist "the next big thing", der große, gehypte Film aus Thailand. In welche Kritik man auch blättert, man liest, "Ong-bak" wäre der letzte Eintrag ins Actionflm-Meilenstein-Genre, und Hauptdarsteller Panom Yeerum wird überall als der nächste Jackie Chan vorgestellt. Welchen Film diejenigen gesehen haben ist fraglich - "Ong-bak" ist ein einfach schlechter Actionfilm, dessen Hauptattraktion sicherlich atemberaubend ist, dadurch aber die filmischen Fehler nicht ausgebügelt werden.

Zunächst das Positive: Panom Yeerum als Boonting, einem extrem talentierten Thaiboxer, ist wahrlich 'ne Sportskanone. Yeerum fliegt förmlich über die Köpfe der Gegner, springt durch Hindernisse hindurch und grätscht in die unglaublichsten Positionen. Dem zuzuschauen macht schon Spass, allerdings wirkt es eher wie eine Zirkusrevue, so unbeteiligt schaut man Yeerum bei seinen akrobatischen Kunststückchen zu. Auch ein paar Effectshots mögen begeistern. So ist die Szene, in dem zum Beispiel ein Motorradhelm durch einen bloßen Ellenbogen zerbrochen wird, wirklich verblüffend.

Doch machen diese netten Actionszenen aus "Ong-bak" zwangsläufig einen guten Film? Nein. Vieles wirkt einfach viel zu sehr nach dem Motto: "Viel gewollt, nix gekonnt". So ist die Tuk-Tuk-Verfolgunssequenz albern und überzogen. In einem Film, in dem das Verzichten auf jegliches Wirework großgeschrieben wird, wirkt so eine Szene total ernüchternd und doof. Im gesamten Film kommt keine Atmosphäre und keine Spannung auf. Erdige Farben, eigentümliche Frisuren und die ständige Action tragen kaum zum Verständnis und zur Identifikation bei. Absolut verständlich ist der Verzicht auf einen stimmungsvollen Soundtrack. Fast der gesamte Showdown wird nicht durch Musik unterstützt. Irgendwann, kurz bevor uns der Nachspann erlöst, hören wir ein paar Techno-Takte. Mehr nicht. Hier hat "Ong-bak" den Höhepunkt seiner eigenen Belanglosigkeit erreicht.

Man mag Panom Respekt zollen wollen, dafür, dass er rund 100 noch nie auf Zelluloid gebannte muaythai-Moves vor der Kamera praktizierte, jedoch macht das die durchschnittliche Kameraarbeit und die grenzenlos langweilige Story nicht wieder wett. Schauspielerisch ist Yeroom auch keine Kapazität. Bis auf die physische Brillanz und sein ästhetischer Kampf ist da nichts, was erwähnenswert wäre.

"Ong-bak" ist ein hundsgemein schlechter Film mit einem tollen Sportler in der Hauptrolle. Mag man Kickboxing, dann kann man sich die Moves sicherlich anschauen. Jeder ernsthafte Filmfan wird sich gruseln ob des laienhaften Versuchs, einen guten Alibi-Film für ein paar Fußtritte zu werkeln. Für das nächste Mal sollte man einen Drehbuchautor einstellen, der ebenso graziös auf die Tasten hauen kann, wie Yeroom durch Stacheldraht springen kann.

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