Review

Load „Choose or Die“,8
Searching…
Ready
Run
Die Nostalgiewelle nimmt kein Ende und wer als Kassettenkind in den 80ern mit den grobpixeligen Videospielen in Berührung kam, dürfte bei vorliegendem Langfilmdebüt von Toby Meakins zumindest in Ansätzen ein wenig Retro-Feeling erlangen.

Studienabbrecherin Kayla und Computernerd Isaac stoßen eher zufällig auf das Videospiel „Curser“ aus den 80ern. Als Kayla es startet, wird sie vom Spiel Schritt für Schritt vor die Wahl gestellt, was oftmals blutige Konsequenzen für die unfreiwilligen Mitspieler parat hält…

Allzu innovativ ist die Prämisse natürlich nicht, denn ein ähnliches Konzept gab es anno 1994 bei „Brainscan“, etwas konkreter wurde sie 2005 mit „Stay Alive“ umgesetzt.
Ein Videospiel übernimmt auf unerklärliche Weise die Kontrolle, was hier mit einem Fluch einhergeht, der jedoch nicht näher durchleuchtet wird. Denn etwaige Hintergründe werden weitgehend ausgespart oder allenfalls angedeutet, wie der Unfalltod von Kaylas jüngerem Bruder.

Zwar ist es löblich, ein wenig Sozialkritik einfließen zu lassen, wonach Kaylas soziales Umfeld alles andere als gefestigt erscheint, nur dass die Chose in den USA spielen soll, obgleich sie in England gedreht wurde, was den Umgebungen jederzeit anzusehen ist.
So dauert es eine Weile, bis das eigentliche Spiel nach einer gelungenen Exposition überhaupt erst einmal gestartet wird.

Die daraus resultierende Grafik erinnert wahrhaftig an die seligen Zeiten eines C64 und als Kayla das Schicksal einer nahe stehenden Person zu lenken versucht, bekommt der Zuschauer dies eben rein virtuell in entsprechender Optik serviert. Schlicht, aber durchaus effektiv.
Daneben driftet der Stoff zuweilen in leicht surreal anmutende Gefilde ab und während Nebel in einem Hallenbad für einen kurzen Moment eine stimmige Atmosphäre erzeugt, bleibt die Bedrohung durch das Spiel doch überraschend zahnlos und nur selten gibt es ein paar kurze, blutige Gewalteinlagen zu erhaschen.

Das mag primär am wenig effektiven Timing liegen, bei dem mitunter sogar etwas Leerlauf entsteht, wogegen der Showdown mit ein, zwei guten Ideen aufwartet, die man noch etwas ausgiebiger hätte ausreizen können. Zumindest kaschiert das Finale ein paar Schwachstellen und liefert danach noch eine Szene, die erahnbar, jedoch längst überfällig erscheint.

Darstellerisch wird derweil ein brauchbares Niveau geliefert, doch wer beim Cast auf den Namen Robert Englund stößt, sollte sich nicht zu früh freuen, denn es ist lediglich seine Stimme zu hören. Positiver sticht der erfahrene Eddie Marsan hervor, welcher jedoch nur eine Nebenrolle bekleidet.

Schade, dass Meakins nicht mehr aus der Ausgangslage herauskitzeln konnte, denn die Spannung bleibt bisweilen merklich auf der Strecke und von Mitfiebern kann erst gar nicht die Rede sein. Für ältere Semester in Ansätzen reizvoll, doch für eine Empfehlung reicht es beileibe nicht, zumal er so wenig Eindruck hinterlässt, dass es bereits kurz nach der Sichtung heißt:
Searching for „Choose or Die“…
File not found
5 von 10

Details
Ähnliche Filme