In "Gangster 2" geht es um den blonden Ryo, der seinem Vorbild, dem legendären Killer, nacheifert und ein ganz toller Auftragskiller werden möchte. Der legendäre Killer ist niemand anderes als der aus dem Film "Gansters" bekannte Ginya Yabuki, gespielt von Riki Takeuchi.
So viel zum Inhalt. Man sollte sich aber nicht wundern, wenn beispielsweise auf der Rückseite der Hülle des Yakuza Pacs, in dem der Film ja enthalten ist, der Inhalt irgendwie ganz anders beschrieben wird. Auch die offizielle Inhaltsangabe hier, auf der OFDB, passt demnach nicht. Die richtige Inhaltsangabe findet man nämlich erst beim Film "Tokyo Mafia: Wrath of the Yakuza". Es handelt sich also mal wieder um eine extrem schlampige Arbeit bei den Lokalisationsleuten...
Folglich baut der Film also nicht direkt auf dem ersten "Tokyo Mafia"-Film alias "Gangsters" auf, sondern als letzter(?) Teil auf den Nachfolgern. Vom Stil her erinnert "Gangsters 2" nur noch ganz entfernt an den Erstling. Yakuza gibt es praktisch keine, viel mehr ist das Haupthema das Scheitern eines Auftragskillers. Doch auch, wenn man vom Stilwechsel unbeeinflusst bleibt, offenbaren sich konkrete Schwächen.
Hauptproblem des Films ist der zum Versagen verurteilte Protagonist Ryo: Indem er einem Vorbild nacheifert, beweist er an jeder erdenklichen Stelle, dass er einfach nicht zum Auftragskiller geboren wurde, obwohl er ja anfangs anderen ordentlich die Leviten liest. Der eigentliche Star des Films ist dann nämlich Riki Takeuchi, der selbst nicht brillant spielt, ganz im Gegenteil, aber seiner Figur gelingt halt alles im Film. Man beobachtet also praktisch einen Versager und ein eigentlicher Nebendarsteller, auch wenn es Riki Takeuchi ist, übernimmt die Rolle des coolen Typen, der alles glatt bügelt. Das Konzept wäre vielleicht sogar aufgegangen, wenn Ryo wenigsten am Ende sich zum Actionhelden gemausert und das Finale bestritten hätte, aber nein: Sogar hier kommt er zu spät...
Ansonstet leidet der Film etwas an einer belangslosen Story und der tranigen und holprigen Erzählstruktur. Die Spannungskurve ist immerhin konventionell und auch auf zwischenmenschliche Beziehungen wurde wert gelegt. Hierdurch wird der Hauptcharakter wenigstens ein bisschen spannend. Auch die Rückblenden, die Yabuki aufschlüsseln, also ein wenig von dem Ableben seiner Frau zeigen und den Charakter erklären, fördern den Filmgenuss.
Inszenatorisch ist der Film solide gemacht, die meisten Darstellungen sind nüchtern, sowohl bei der Handlung als auch bei der Action, Die beiden wichtigen Figuren werden stets stilvoll dargestellt, Yabuki aber doch ein Quentchen mehr als Ryo. Das süße Mädel, dass an Ryo dranhängt, wurde sogar sehr gelungen in das Gesamtwek implementiert. Ein letzter Kritikpunkt ist dann vielleicht noch, dass die Antagonisten zu kurz kommen.
Fazit: Eine sowohl stiltechnisch als auch inhaltlich vom ersten Teil entfremdete Fortsetzung, die sich mit den Figuren ein bisschen verkalkuliert und sonst nicht viel zu bieten hat. Eigentlich nur noch durchschnittlich, wenn nicht die Darstellungsweise solide und die Charakte einigermaßen tief wären.