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Autor und Regisseur Johnny Chae vereint mit seinem Werk Knastdrama und Kampfsport. Er setzt dabei auf bewährte Formeln, was im Zusammenspiel mit einigen teils arg überzeichneten Figuren sogar überraschend gut funktioniert.

Eine Jugendstrafanstalt: Eines Tages wendet sich der schmächtige Woo-sol an den MMA-Kämpfer Do-hyeon, er möge ihn trainieren, um sich endlich gegen seine Peiniger behaupten zu können. Dieser lässt sich auf ein gemeinsames Training ein, doch Woo-sols Feind droht bereits im Gefängnis mit Rache…

Den Einstieg gestaltet Chae angenehm kompakt, indem er die angehenden Hauptfiguren mit ihrem entsprechendem Hintergrund einführt. De-hyeon tötet die Mörder seiner Familie noch vor Ort, während Woo-sol in der Schule von einem Boxer erniedrigt wird. In einem Moment der Unaufmerksamkeit sticht Woo-sol mit einem Stift im Auge des Widerlings zu und wird ebenfalls verurteilt.

Im Knast selbst muss man sich regelmäßig vor Augen führen, dass dies eigentlich eine Anstalt für jugendliche Straftäter sein soll, obgleich die Insassen nahezu alle im Bereich Anfang 30 sind. Es gibt kaum Wärter, keinen Unterricht, keine geregelten Tätigkeiten und eine Extrazelle für den Fighter, - für den Knastdirektor aus Gründen.
Nach einigem Zögern und der obligatorischen Intervention des Mentors in einer prekären Notlage wird nach anfänglichem Zögern eine Allianz geschmiedet.

Das Training folgt den gängigen Erwartungen: Der schmächtige, oft unterwürfig auftretende Woo-sol mausert sich und offenbart seine inzwischen erlernten Fähigkeiten in zwei Zwischenkämpfen, es geht immer mal wieder um die Hackordnung unter den Nebenfiguren und zwischenzeitlich taucht der Boxer als Besucher im Knast auf und spuckt große Töne. Damit auch dieser noch einen minimalen Werdegang erhält, mutiert er über arg konstruierte Umstände zum bevorzugten Vollstrecker eines Kriminellen.

Die arg vereinfachte Erzählform in seiner oftmals naiven Art legt immerhin ein okayes Tempo vor, obgleich die Chose im Mittelteil, auch mangels Action ein wenig lahmt.
Der Score geht indes in Ordnung, das Handwerkliche ebenfalls, was sich speziell bei den Fights abzeichnet, welche schnörkellos in Szene gesetzt sind. Die Kampfstile vereinen alles, was MMA ausmacht, wobei es hinsichtlich der vermeintlichen jugendlichen Athleten an spektakulären Moves mangelt. Ein paar Drehkicks im Staub bilden bereits die Höhepunkte, allerdings gehen die Auseinandersetzungen mit einigem Blutvergießen einher. Die Devise lautet schließlich: Beharrlichkeit.

Selbstverständlich kommt es final noch zum erwarteten Endkampf, welcher immerhin einige Minuten in Anspruch nimmt, wonach es noch eine versöhnliche Szene gibt, die das Publikum mit Zufriedenheit entlassen kann.
Während die beiden Hauptfiguren recht ordentlich performen, gibt es in einigen Nebenrollen Gesichter, die stets am Rande verzerrter Grimassen agieren, wogegen andere eher unbeholfen auftreten. Schon aufgrund des größtenteils unangemessenen Alters nimmt man diese nicht sonderlich ernst.

Dies tut der Stoff allerdings schon, indem er nur ganz selten einen Hauch Humor einfließen lässt und sich letztlich nicht so garstig entfaltet, wie der Einstieg es glauben lassen mag.
Es bleibt ein harmloser, komplett vorhersehbarer Streifen, der über die Laufzeit von 108 Minuten ganz passabel unterhält, sofern man ein kleines Faible für beide Genres mitbringt.
6 von 10
   

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