„Hurdang“: Zwischen Liebe, Lüge und Lunte
Nikhil Nagesh Bhats Hurdang versucht vieles gleichzeitig: ein leidenschaftliches Liebesdrama, ein politischer Thriller und ein gesellschaftskritisches Zeitbild zu sein. Das Ergebnis ist ein Film, der zwar mutige Themen aufgreift, aber weder erzählerisch noch emotional wirklich zündet.
Das Drehbuch folgt Daddu, einem fragwürdigen Protagonisten, dessen moralische Kompassnadel wild ausschlägt. Sunny Kaushal spielt ihn mit Energie, aber wenig Tiefe – seine Wandlung vom naiven Möchtegern-IAS zum politisierten Draufgänger bleibt sprunghaft. Nushrratt Bharuccha verleiht Jhulan eine gewisse Stärke, auch wenn ihre Figur im letzten Drittel eher zur Fluchtbegleiterin degradiert wird. Vijay Varma als Loha hingegen ist der klare Höhepunkt: sein Auftritt als skrupelloser Machtspieler bringt die nötige Bedrohung ins Spiel.
Inszenatorisch bietet Hurdang solides Handwerk, aber kaum Überraschungen. Die dramatischen Höhepunkte wirken oft forciert – besonders das überladene Finale mit Mord, Flucht und Präsidentenbesuch verliert sich in Unglaubwürdigkeit. Der politische Unterbau bleibt weitgehend Kulisse; statt echter Auseinandersetzung mit der brisanten Thematik rund um soziale Gerechtigkeit gibt es plakative Parolen und viel Pathos.
Trotz spannender Ausgangslage verpufft Hurdang letztlich wie eine leere Parole. Der Film kratzt an der Oberfläche eines bedeutenden historischen Moments, ohne wirklich Haltung zu beziehen oder nachhaltig Eindruck zu hinterlassen. Ein ambitionierter, aber unausgegorener Film, der zwischen Liebeschaos und Politthriller hin- und hergerissen bleibt.