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Wenn mal wieder an der Uhr gedreht wird und anbei das Murmeltier grüßt, versucht sich jemand an Zeitreisen und den damit verbundenen (un)veränderlichen Schicksalen. Für den britischen Autor und Regisseur James Eaves eindeutig eine Nummer zu groß, denn trotz ansprechender Ausgangslage verzettelt er sich im Verlauf immer mehr.

Southampton, Großbritannien: Arlene macht es sich, ihrem Mann und Sohn nicht leicht, denn sie hat eine heimliche Affäre mit einem Arbeitskollegen, feiert lange und ausgiebig und schließlich kommt ihr Sohn bei einem von ihr verschuldeten Autounfall ums Leben. Das ominöse Endevour Institute verspricht Hilfe in Form einer Zeitreise kurz vor dem Unfall. Doch Arlenes Erinnerungen vermengen sich mit der alternativen Realität…

Die knappe erste halbe Stunde widmet sich Arlenes Umfeld und es manifestiert sich früh, dass Eaves es nicht so mit Tempo und der Konzentration aufs Wesentliche hat. Die Figurenkonstellation bleibt überschaubar, doch immerhin reichen die Charakterzeichnungen aus, um bei der Reise in die Vergangenheit, also etwa zwei, drei Wochen zurück, eine rasche Einordnung vornehmen zu können.

Entsprechend nimmt Arlene sämtliche Erinnerungen aus der Zeit des Unfalls und der Tage danach mit in den zweiten Anlauf. Ab hier greifen natürlich typische Elemente von Science Fiction, jedoch in relativ bodenständiger Form, die sich latent wie ein persönliches Drama rund um die Hauptfigur anfühlt. Erst ein wenig später gesellen sich Anleihen von Horror hinzu, da man den Stoff ansonsten auch locker mit einer FSK12 statt 16 hätte abfertigen können.

Leider bleibt die Inszenierung auffallend sparsam, was sich bereits beim Unfall abzeichnet und sich in dem spärlich ausgestatteten Institut fortsetzt. Das augenscheinlich geringe Budget offenbart sich an allen Ecken und Enden, was zwar nicht auf handwerkliche Defizite zurückzuführen ist, sich jedoch an der Wahl monotoner Sets ohne Komparsen zeigt.
Teile einiger Umgebungen wirken regelrecht leblos und isoliert und das ist gewiss kein gewollter Effekt der Zeitreise.

Jene platziert im Verlauf zwar ein paar halbwegs interessante Wendungen, doch in sich schlüssig ist die Angelegenheit nicht, was der finale Part nur allzu deutlich unterstreicht.
Oder anders gesagt: Wenn man vom zeitlichen Ablauf bereits weiß, wann welche Tat zutreffen könnte, würde man wohl alles tun, um Schaden von eventuellen Beteiligten abzuwenden, was hier nur sehr bedingt der Fall ist.

Entsprechend versandet ein Großteil tauglicher Ansätze, welche die Aspekte der Zeitreise deutlich interessanter hätten erscheinen lassen können. Zudem fehlt eine sich anbietende zynische Note, während auch auf darstellerischer Ebene Abstriche zu machen sind, was die allenfalls mittelmäßige Synchro noch verstärkt.
Spannend gestaltet sich das alles nur leidlich und so bleibt der Stoff weit hinter seinen erzählerischen Möglichkeiten.
4,5 von 10

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