John Saxon sehe ich immer gerne & er hat ja zum Glück auch so einige coole Filme veredelt. Er war mit Bruce Lee auf Han’s Island, wohnte in der Elm Street, zog mit Asphaltkannibalen durch Georgia, erlebte schwarze Weihnachten, kam in Tenebrae unter die Räder & außerdem gebührt ihm natürlich ein Ehrenplatz in der Giallo-Historie, weil er bei der Geburtsstunde des Genres, in Mario Bavas La ragazza che sapeva troppo, an der Seite von Letícia Román live dabei war.
John Saxon hat aber auch Regie geführt. Ein Mal. Bei diesem Film. Hat er also seinen Beruf verfehlt & hätte er besser hinter der Kamera arbeiten sollen, höre ich da jemanden fragen? Äh... nein. Ganz entschieden nein. Die Geschichte um einen Knast für Schwerverbrecher, dessen Insassen für Experimente missbraucht werden & bald als so ’ne Art Zombies durch die Gänge torkeln, hätte ja Potenzial gehabt. Aber die Umsetzung lässt sich gut mit einem Wort umschreiben: Dröge.
Dabei fängt es durchaus vielversprechend an. Binnen 11 Min. werden gleich mal "wichtige" B-Movie-Kriterien abgehakt: Eine Frau zeigt ihre Möpse, Kugeleinschläge lassen Blut spritzen & nach einem Crash explodiert die Karre. So weit, so gut. Doch sobald sich die krude Handlung ins Gefängnis verlagert, offenbaren sich die Schwächen erst richtig. Uninteressante Figuren, für die man nichts empfindet, tun uninteressante und/oder dumme Dinge, während die Spannung gerade auf Urlaub ist & die Geschichte zäh dahinkreucht wie ein halbseitig gelähmtes Faultier.
Alles wirkt irgendwie gleich (öde), ein Stil ist nicht erkennbar, die schauspielerischen Darbietungen reichen von schwach ("Held" Dennis Cole) über okay (Saxon) bis zu launig (Anthony Franciosa). Es gibt ein paar gorige Härten, aber die haben null Impact. Das Schicksal sämtlicher Figuren, Kinder eingeschlossen, war mir so was von egal. Aber auch wenn der Film ziemlicher Murks ist, so war der John ein Guter. Am Ende bedankt er sich u. a. artig beim Fred (Olen Ray) & beim David (DeCoteau).