Nachdem die snakes on a plain und train bereits abgereist sind, musste sich der chinesische Autor und Regisseur Huanxiang Chen etwas anderes ausdenken und entschied sich dafür, drittklassige Indiana-Jones-Kopien durch den Dschungel zu hetzen.
Im Vorkriegschina reist eine illustre Truppe aus Soldaten, ominösen Zivilisten, einer Ärztin und einem Schlangenexperten im Zug. Als dieser von einer Schlangeninvasion heimgesucht wird, können sich einige ins anliegende Dorf retten. Um jedoch ein Gegengift für die Verletzten zu beschaffen, muss man sich in ein sagenumwobenes Gebiet begeben…
Ein wenig Umweltkritik ist immerhin untergebracht: Straßenbau und moderne Technik verdrängen zahlreiche Tierarten und die werden sauer oder verlangen zumindest Respekt. Dieser Theorie folgend wäre uns Wuhan und die nachfolgenden Konsequenzen womöglich erspart geblieben. Aber, um fair zu bleiben, machen die ersten zwanzig Minuten durchaus Laune. Rasch sind aus der Menge der Reisenden die wesentlichen Figuren ausgemacht, welche mit einigen Ecken ausgestattet nicht uninteressant anmuten. Hinzu kommt eine gelungene Tricktechnik bezüglich der kleinen Schlangen und als der Überlebenstrupp nach immer neuen Möglichkeiten zur Flucht sucht, bilden Tempo, Kamera und Ausstattung eine gelungene Symbiose.
Doch dann entscheidet man sich, auf den konventionellen Abenteuerzug aufzuspringen und die Angelegenheit gestaltet sich leider nur noch austauschbar. Zumal speziell die größeren tierischen Bedrohungen wie eine doppelköpfige Python recht grobschlächtig animiert sind und Schwarze Witwen in rauen Mengen auffallend rot erscheinen, damit überhaupt ein Kontrast im Dschungel erkennbar ist. Der halbherzige Versuch von Auflockerung driftet zuweilen in plumpen Klamauk ab und am Ende muss man damit rechnen, dass ausgerechnet ein Kleinwüchsiger, der sich hier selbst als Gnom bezeichnet, eventuell nicht alle Karten auf den Tisch legt.
Was zwischenzeitlich besser funktioniert, aber leider viel zu selten zum Einsatz kommt, sind einige Stunts. Wenn gewisse Reptilien ausschlagen, fliegen Personen auch mal meterweit durch die Luft, eine Hängepartie auf einer Höhlenbrücke ist nicht unspannend in Szene gesetzt und obwohl ein wenig Kitsch, Pathos und die obligatorischen Aufopferungen unvermeidlich erscheinen, performen die Mimen überwiegend bodenständig und solide.
Obgleich sich die CGI überwiegend auf dem Durchschnittsniveau von Asylum befinden, funktioniert die Action auf engem Raum deutlich besser als halbgare Höhlenkletterei. Huanxiang Chen, dem augenscheinlich nicht allzu viel Budget zur Verfügung stand, sollte sich zukünftig auf nur ein Sujet fokussieren, anstatt zum überambitionierten Rundumschlag auszuholen, denn Luft nach oben ist erkennbar.
5,5 von 10