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Wenn aus dem Landei ein Landhai wird, könnte man auf eine weitere Billigproduktion von Asylum und Konsorten schließen, doch im vorliegenden Fall springt eine chinesische Produktion auf diesen Zug auf und orientiert sich dabei deutlich an den westlichen Vorbildern.

Ein Pharmakonzern hat auf einer Insel ein Unterwasserlabor errichtet, um DNA-Versuche an Haien vorzunehmen, was langfristig der Krebsheilung zugute kommen soll. Doch der mutierte Hai durchbricht das Panzerglas und macht sich sogleich über einige Wissenschaftler her, bevor es einen ausgiebigen Landgang unternimmt. Da dem Versuchstier auch Gene von Würmern verabreicht wurden, kann es sich problemlos durch die Erdoberfläche fräsen…

Etwas „Deep Blue Sea“, „Sharknado“ und „Tremors“ sind die Grundzutaten des Tierhorrors, bei dem die CGI eher unter dem Niveau eines typischen Asylum-Beitrags liegen. Da das Tier bereits mutiert ist, lässt sich zumindest die reptilienartige Beschaffenheit eines abgerissenen Krokodils erklären, während die aufgeworfene Erde nebst Furchen auf dem Level eines Computerspiels aus den 90ern (eher Anfang als Mitte) angesiedelt ist. Brüllen kann es natürlich auch, weil man das von Haien längst gewohnt ist. Von Würmern, insbesondere Regenwürmern auch, - man kennt ja das Geschrei im Garten nach einem ausgiebigen Regenschauer.

Mit der Figur Song Yi versucht die Geschichte derweil einen tollkühnen Helden zu etablieren, der sich in jeder prekären Situation zwischen Monster und Opfer wirft, während Ärztin Ye Xin zumindest mit einigem technischen Geschick im Survivalmodus mithalten kann. Der obligatorische Auflockerungsdicke darf indes zur Situationskomik beitragen, was einige Male tatsächlich zündet und auch der böse Drahtzieher mit sinistren Absichten gibt eine angemessen düstere Gestalt ab.

Anfangs gerät die Angelegenheit im überschwemmten Labor sogar einigermaßen spannend, als sich einige Beteiligte auf Treibgut zu halten versuchen, während jeder unnötiger Laut die Bestie anlockt. Später an Land, speziell im Dschungel sind indes eher eingefleischte Trashfans gefragt, die problemlos über technische Mankos hinwegsehen können und sich stattdessen über das flotte Tempo freuen, welches zweifelsohne vorherrscht. Beim Ausflug in eine kleine Metropole wird sogar einiges zerlegt, wogegen Fressszenen grobschlächtig abgehakt werden und explizites Blutvergießen ausbleibt.

74 Minuten knackige Laufzeit entpuppen sich als optimal für ein Unterfangen dieser Art, bei dem die Mimen immerhin zweckdienlich performen und die Synchro passabel ausfällt. Zwar treibt der Score an als gäbe es keinen Morgen und das Erscheinungsbild der Bedrohung variiert einige Mal auffallend in Sachen Größe und Struktur, doch Details sind zweitrangig, wenn man sich ohne jeglichen Anspruch monsterlich berieseln lassen möchte.
6 von 10

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