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Einige Horrorfilme über Spukhäuser oder Gruselwohnungen würden sich bereits im Vorfeld ausschließen, wenn sich die potenziellen Bewohner über deren Geschichte informieren oder zumindest die Räumlichkeiten besichtigen würden. Folgerichtig konnte Co-Autor und Regisseur Ben Jagger mit „Room 203“ eine weitere Lokalität beisteuern, in der zwei Bewohnerinnen, trotz eindeutiger Vorzeichen einfach nicht ausziehen wollen.

Für Kim ist es eine Chance, sich von ihren dominanten Eltern zu lösen, für Izzy eine Möglichkeit, nach dem Tod ihrer Mutter dauerhaften Trost von ihrer besten Freundin zu erhalten. Gemeinsam ziehen die jungen Frauen in ein altes Apartment und wundern sich schon bald über ein Loch in der Wand, hinter dem sich ein ominöses Amulett befindet…

Die ersten Szenen untermauern bereits, dass es das Amulett mit der entsprechenden Trägerin nicht gut meint, als sich eine Dame jenes um den Hals hängt und kurz darauf umbringt. Erstaunlicherweise befindet sich dasselbe Amulett kurz darauf wieder im besagten Loch in der titelgebenden Wohnung, welche deutlich höher gelegen ist als in der zweiten Etage.

Immerhin lernt man die beiden Hauptfiguren eine Weile kennen, allerdings in einigen Szenen zuviel, denn das Drumherum mit frischem Love Interest oder Alkoholexzessen zum Austreiben seelischer Probleme nimmt etwas zuviel Raum ein, wogegen der Spuk deutlich zu lange im Hintergrund bleibt. Und damit ist nicht der Vermieter gemeint, der anfangs ein wenig an Helge Schneider unter Depressionen erinnert und beim Aufstellen der Hausregeln bereits eindeutige Hinweise auf spätere Handlungsorte gibt.

Auffallend sind ebenfalls die sehr wenigen Nebendarsteller und die überschaubare Anzahl von verwendeten Kulissen, wodurch die Szenerie doch stark isoliert daherkommt. Dies fällt durch den langsamen Aufbau umso stärker ins Gewicht und auch das Ausbleiben diverser Spukeinlagen macht sich zusehends negativ bemerkbar. Ein simples Schlafwandeln oder das Auftauchen einer einzelnen Krähe vermag da nicht allzu viel zu reißen. Obgleich es zum Finale ein wenig temporeicher zugeht, gleicht das jene Defizite nicht mehr aus.

Ein weiteres Manko sind neben der insgesamt unzureichenden Ausleuchtung die beiden schwach performenden Hauptdarstellerinnen, die das Mitfiebern nicht gerade erleichtern.
Auch der Score geht so ziemlich unter, während die wenigen Gewalteinlagen zwar weitgehend handgemacht sind, aber nur in einem Fall ins Auge stechen.

Letztlich ist „Room 203“ nicht empfehlenswert, da es über weite Teile an Spannung mangelt, die wenigen Spukeinlagen kaum effizient sind und die Story an manchen Stellen wenig Sinn ergibt. Einige Enthüllungen sind erahnbar, andere führen komplett ins Leere, dominant ist hingegen die Langeweile.
3,5 von 10

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