Review
von Leimbacher-Mario
Ein Epos für die Ewigkeit
„RRR“ hat als Fantasy-Historienepos letztes Jahr das indische Kino auf ein neues Level der Aufmerksamkeit gehoben und einen riesigen Hype ausgelöst. Erzählt wird in dem Überkracher auf deutlich mehr als drei Stunden von zwei indischen Volkshelden Anfang des 20. Jahrhunderts, die zuerst auf unterschiedlichen Seiten kämpfen, sich anfreunden und am Ende natürlich der britischen Besatzung gehörig einheizen. Dazwischen gibt es (außer vielleicht Sex uns Horror) nahezu jedes Genre finden und auf 12 hochgedreht - von Huckepackkämpfen bis zu einem Bodycount, der Rambo neidisch macht, von wilden Tieren bis zu wilden Tänzen, von überlebensgroßer Liebe und schmerzhafter Brüderlichkeit, von der Selbstfindung bis zur Freiheit Indiens. Größer, kitschiger und grandioser wird’s nicht Leute!
Für „RRR“ müssen noch Superlative erfunden werden! Das Ding ist Historienschinken und Actionkracher, der Stolz des Landes in Tod und Tanz, einer der wildesten Filme, der je auf „Zelluloid“ gebannt wurde. Zu viele Momente und Szenen in denen ich aufstehen und applaudieren, jubeln und breit grinsen, kopfschütteln und staunen musste. Bilder und Ideen, die man nie und nimmer in seinem Leben vergisst. Zwei der charmantesten Kerle, die das indische Kino zu bieten hat und die eine enorme Chemie miteinander haben. Dazu diese Naivität und All-In-Mentalität, für die das indische Blockbusterkino neue Maßstäbe setzt. Das hier ist die Speerspitze und neue Messlatte. Als ob „Lawrence von Arabien“ auf „Fast X“ trifft - aber mit mehr Herz, Anstand, Kultur und Ehrlichkeit als zehn moderne Hits aus Hollywood. Danach war ich platt und hatte Kopfschmerzen - die sich noch nie so gut angefühlt haben. Sing, Sang, Sprung, Schlag. Tanzen und Leiden für den Aufstand. „Sniper Elite“ trifft „Die Passion Christi“. Delhi ist Feuer und Flamme. Mit den nach unseren Standards eher suboptimalen CGI-Effekten kann man leben. Ray Stevenson und seine Filmfrau sind wunderbar fies und comichaft überzeichnet. Allein das Intro bis zur Titeleinblendung ist länger und glorreicher als ganze andere Filme. „Naatu Naatu“ wird die Oscars rocken und muss den besten Song gewinnen. Keine Verschnaufpausen, keine Kompromisse, nichts ist unmöglich, nichts ist zu drüber. Mal ein ganz anderer Superheldenfilm, bei dem selbst Marvel liebend gern auf die Knie geht. Schön, dass Netflix der ganzen Welt nun zugriff zu diesem bombastischen Erlebnis ermöglicht. „RRR“ sollte sich absolut niemand entgehen lassen - es lohnt sich!
Fazit: einer der spektakulärsten Filme unserer Zeit! „RRR“ ist nicht nur für Indien ein totaler Erfolg, sondern für das gesamte Filmgeschäft. Das Teil ist gigantisch, fett und bonkers, macht unendlich Spaß, ist positiv anstrengend und mega sympathisch. Bollywood war gestern - das hier ist mehr!