Xucker
„Heartstopper“ erzählt über die wunderschöne, starke und süße aufkeimende Liebe - zwischen zwei auf den ersten Blick recht unterschiedlichen Schuljungen. Doch auch in der heutigen, recht liberalen und aufgeklärten Gesellschaft gibt es für die beiden natürlich innere sowie äußere Hürden und Vorurteile zu überwinden bevor es zum unausweichlichen Happy End (vorerst) kommt. Erst recht wenn der eine von beiden der Captain des Rugbyteams ist und bisher gar nicht wusste, dass er schwul ist…
Man könnte meinen, „Heartstopper“ würde gemütlich und safe im Fahrwasser von Hits wie „Love, Simon“ oder „Sex Education“ schippern und seine auf dem Papier recht austauschbare, by the numbers Gaystory runterrattern. Aber das kann so nicht ganz stimmen, wenn man sich in den Figuren, dem Style, den Farben, den Gefühlen der immer extrem kurzweiligen Episoden dermaßen verliert und dem süßen Hormontreiben einfach unendlich gerne zuguckt. Der verspielte, comichafte Look wirkt frisch und nie aufgesetzt, sodass ich mir fast vom Fleck weg die Graphic Novelles und Vorlagen bestellen wollte. Die unverbrauchten Darsteller sind Entdeckungen und alles andere als zu glatt, zu hübsch, zu steif. Die Geschichte ist voller Zucker und Klischees, wirkt aber dennoch völlig aufrichtig und echt. Und diese Kombi muss man erstmal schaffen. Zusammen mit seinem famosen Pacing, den wie gesagt verspielten Überbleibseln aus der Comicwelt, seinen sympathischen Figuren und einem quirligen Indiefeel, das sich auch auf dem klasse Soundtrack niederspiegelt - fertig ist vielleicht keine Liebesgeschichte für die Ewigkeit, aber eine die dennoch genau ins Herz trifft und die man den Protagonisten vollständig gönnt!
Fazit: eine der süßeren Serien seit Ewigkeiten. Comic toll getroffen. Starke Jungdarsteller. Klasse Songauswahl. Alles fühlt sich frisch, bunt und ansteckend positiv an. Ohne unangenehm cheesy zu werden. Herzerwärmend. (9/10)