Review

Wie hohl und schlicht krank kann ein Film sein? Diese Frage muss man sich meist nur bei diversen Splatter-, Kannibalen- und/oder Zombie-Filmen von den einschlägigen Regisseuren stellen (der junge Peter Jackson, Jess Franco, Joe D`Amato etc.). In dieser Hinsicht bildet „Killers“ von Mike Mendez also eine Ausnahme: hier gibt es null Zombies und wenig Splatter (über den Kannibalismus-Anteil – Hand auf Esstisch – lässt sich streiten), dafür umso mehr entgeisterte unwillkürliche „Hä?“-Ausstöße durch den Zuschauer. Eine Stimme vom Fantasy Filmfest 1997 gibt auf der Rückseite des Videos sogar an, dass „Killers“ eine Referenz an „Natural Born Killers“ und „From Dusk Till Dawn“(?) darstellt – mir scheint also beim Genuss dieses Werkes irgendetwas entgangen zu sein.

Zur Story: Die Schwerverbrecher-Brüder Odessa und Kyle James flüchten aus dem Todestrakt von San Quentin. Auf ihrer Flucht nehmen sie eine scheinbar harmlose Familie als Geisel und quartieren sich bei ihnen ein. Schade nur, dass die Familie aus einer Horde Kranker besteht, die in einem (scheinbar grenzenlosen) Keller-Verlies diverse seltsame Gestalten verstecken, unter Anderem deren degenerierten Sohn (!). Als dann die verständigte Polizei eintrifft geht das Blutbad erst richtig los…

Der ganze Film ist glücklicherweise ziemlich kurzweilig mit netten Sprüchen garniert wurden und in originellen lichtdurchfluteten Bildern verpackt. Das braucht es aber auch, da die Story ja wohl komplett idiotisch ist (auch wenn die Wendung relativ originell ist). Spannung kommt leider kaum auf und spätestens ab der Keller-Baller-Szene fasst man sich ob der Debilität und der gigantischen Logiklöcher an den Kopf. Was als Mediensatire gedacht war, ist eine tot gestylte, pseudo-coole Macho-Ballerorgie geworden. Schade eigentlich, denn die Action und der Inszenierungsstil von Mike Mendez sind eigentlich schnörkellos – nur die Pointe fehlt letzten Endes ebenso wie eine Botschaft. Auch ist dieser Film besser als Mendez` „The Convent“ – aber das war auch nicht anders zu erwarten. Hier seien auch noch kurz die No-Name-Darsteller erwähnt: sie machen ihre Sache für einen Film dieser Art ganz gut, fallen aber kaum auf.

Eine zynische, auf cool gestylte Gewaltorgie in toller Optik, der es schlicht an Verstand mangelt. „Killers“ hat das Klassenziel der Satire auf den All-American-Way-of-Live leider verfehlt und beschränkt sich auf vordergründiges Gemetzel. Dennoch ein unterhaltsamer Film mit coolen Sprüchen – bei dem man allerdings das Gehirn ausschalten sollte.

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