The Asylum und die Titanic, - da ist der Untergang natürlich vorprogrammiert. Und doch ist der Trash-Streifen unter der Regie von Nick Lyon nicht ansatzweise so grottig ausgefallen wie der blöde Titel vermuten ließe.
Weit über 100 Jahre nach dem Untergang, bricht die Titanic III zu ihrer Jungfernfahrt auf, um jene Gewässer zu durchkreuzen, in denen einst über 1500 Menschen ihr Leben ließen. Als eine blinde Passagierin ein Geisterritual durchführt, erweckt sie damit die rastlosen Seelen der damaligen Besatzung…
Die Produktionsschmiede ist nicht gerade für ihr üppiges Budget bekannt und doch gelang es den Produzenten für den Dreh die Queen Mary zu gewinnen, auf der die Sets entsprechend authentisch rüberkommen und darüber hinaus einige geschmackvoll eingerichtete Räumlichkeiten zutage treten.
Bei den Figuren sind demgegenüber deutliche Abstriche zu machen, denn bis auf einen weiblichen Kapitän und einige Randfiguren in der Schaltzentrale gibt es diverse zwielichtige Gestalten wie einen Professor, der geborgene Fundsachen ausstellt und verhökert, einen ominösen Sicherheitschef und ein Influencer-High-Society-Paar, welches sich mehr in der Kamera betrachtet, als die Umgebung wahrzunehmen.
Mit dem ersten Auftauchen der Geister nach rund einer halben Stunde nimmt die Titanic entsprechend Fahrt auf und mit steigender Unruhe kommt folgerichtig etwas Bewegung ins Spiel. Bei der Inszenierung der Geister hätte es die Nutzung einiger Jump Cuts gar nicht gebraucht, denn die bleichen, fast puppenähnlichen Dämonen mit schwarzen Augenhöhlen verbreiten auch so bereits eine angenehm gruselige Atmosphäre, wie etwa der bärtige Kapitän oder ein einsamer Geigenspieler. Zwar sorgen die Untoten nur selten für blutige Einlagen und hätten durchaus einige Opfer mehr anvisieren können, doch im Zusammenspiel mit der rothaarigen Ritualfrau kommt es zu einigen paranormalen, solide inszenierten Spukmomenten.
Während die Außenansicht der Titanic weitgehend gelungen ist, sind beim Auftauchen einiger Eisberge manche Mankos auszumachen und auch in prekärer Situation im letzten Drittel, als Genre übergreifend ein Katastrophenszenario bemüht wird, ist auf physikalischer Ebene wahrlich nicht alles im Lot. Immerhin stimmt das Timing bei den Panikszenen und wenn man über einige schwachsinnig anmutende Dialoge hinweghört, welche die dürftige Synchro noch verstärkt, ist das Verhalten des Kollektivs sogar weitgehend glaubhaft ausgefallen.
Feingeister werden bereits beim Aufgreifen des einschlägigen Titels zurückschrecken und die eher mittelmäßigen Darsteller und der austauschbare Score verdeutlichen das Niveau einer typischen Produktion von Asylum. Allerdings werden alles andere als Laufzeitfüller präsentiert, da sich die schlichte Erzählung aufs Wesentliche beschränkt und nach kurzer Vorlaufzeit relativ viel Abwechslung bietet. Teils sind einige stimmungsvolle Momente auszumachen und die Effekte sind unterm Strich annehmbar ausgefallen, wonach anspruchslose Gemüter durchaus unterhalten werden.
Knapp
6 von 10