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Im kleinen englischen Städtchen Dunwich bereitet man sich auf die Halloween-Nacht vor: während der Bürgermeister ganz offiziell die Kürbiskopf-Parties einfach verbietet, wollen sich einige junge Leute (darunter seine Tochter) nicht daran halten und hinter verschlossenen Türen feiern. Gleichzeitig will eine satanische Sekte mittels eines Rituals den titelgebenden Halloween Jack auferstehen lassen - und gerät dabei in einen tödlichen Schußwechsel mit den Ordnungshütern.
Als es dann endlich soweit ist und die Nacht zum 1. November hereinbricht, scheint alles normal zu verlaufen: auf der heimlichen Party tanzt die kostümierte und geschminkte Jugend, während der Bürgermeister entspannt in der Badewanne vor sich hin döst. Doch dann taucht ein vogelscheuchenartiger Killer auf, der zuerst einen Fön in des Stadtoberhaupts Wanne schmeißt, dessen Gattin erwürgt und schließlich auch noch auf der Party aufkreuzt - die Wachstube des wackeren Detectives Rockwell scheint schließlich die letzte Bastion gegen den finsteren Unhold zu sein, der durch nichts aufzuhalten ist...

Bei der vorliegenden walisischen Independent-Produktion The Curse of Halloween Jack (ein Sequel zu einem ersten Teil aus 2018) handelt es sich dem Vernehmen nach um die Geschichte eines uralten Fluchs aus keltischer Zeit, der den Halloween Jack beinahe unsterblich macht: zwar vor wenigen Jahren von der Polizei erschossen lebt er immer noch und erweist sich nicht nur als außergewöhnlich stark, sondern auch als kugelfest. Nur eine/r direkte Blutsverwandte kann ihn besiegen, doch so jemand muß erst einmal gefunden werden. Alldieweil metzelt sich die Vogelscheuche durch das kleine Städtchen, und nur ein Penner mit Augenklappe, dem die Polizei aber keine Aufmerksamkeit schenken will, scheint ein Mittel gegen die  mörderische Vogelscheuche zu kennen...

Abgesehen von dem höchst generischen, keinerlei Überraschung beinhaltenden Plot fällt das geringe Budget dieses Streifens gleich zu Beginn bei dem amateurhaften Shoot-out auf, um sich in äußerst blutarmen, meist im Off abspielenden Kills des Maskenmanns fortzusetzen. Der Unhold selbst trägt einen Kartoffelsack über dem Kopf, der von innen mit zwei Glühbirnchen ausgeleuchtet ist...
Schlimmer noch als die dürftige optische Darbietung ist allerdings der Soundtrack, der die, äh, Blutspur dieses Michael Myers für Arme hier begleitet: wohl selten passte ein - natürlich selbstgestrickter - Score weniger zu den dargebotenen Szenen als in diesem Horror-Film. Apropos Sound: den Fluch des Kartoffelsack-Heinis gibt es nur im britischen Original, wobei hier selbst einem nicht-Muttersprachler ein seltsamer Mix aus höchst unterschiedlichen englischen Dialekten auffallen muß, der weder storytechnisch noch sonst irgendwie einen Sinn ergibt.
Die meisten Darsteller bemühen sich zwar nach Kräften, so etwas wie Emotionen zu zeigen, doch geht dies vor dem Hintergrund des langweiligen Plots praktisch unter. Das final girl wiederum zeigt viel zu wenig Emotionen, reißt sich dafür aber die Arme von der Lederjacke und zieht nietenbesetzte Handschuhe an - wtf?

So erfreulich es manchmal ist, dank Netflix auch kleinere Produktionen aus fernen Ländern sehen zu können, die es nie ins Kino schaffen würden und vermutlich bestenfalls auf eine direct-to-dvd-Vermarktung hoffen könnten, dieses Filmchen aus Wales ist leider ein absoluter Griff ins Klo: 2 Punkte.

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