Review
von Leimbacher-Mario
Wer ist Held und wer regiert die Welt?
Nachdem spätestens „Broly“ vor ein paar Jahren Dragonball fulminant und krachend auf die Leinwände unserer Welt hieven konnte, kommt nun mit „Super Hero“ der nächste Kinoableger der „Super“-Serie. Dieses Mal geht’s wesentlich komödiantischer und klassischer zur Sache: die Red Ribbon-Armee ist halbwegs gut getarnt zurück und neue Cyborgs machen Piccolo, Son Gohan, Pan und Co. ihr friedliches Leben zu Nichte - und wenn man A wie Cyborgs sagt, muss man quasi automatisch auch B wie Cell sagen…
„Dragonball Super: Super Hero“ - Stakkato der Superlative. Bleibt der neue Kinoableger auf dem super „Broly“-Niveau? Das eingefleischte Fan- und Kinopublikum gestern bei der Premiere in Köln hatte Bock. Alle waren (über)motiviert und laut. Die Erwartungen hingen hoch. Das Haus war voll, mancher Anhänger ebenso. Herausgekommen ist dann am Ende (trotz Fan-Bonus gestern im Saal) eine unterhaltsame und humorvolle, whacky Enttäuschung auf solidem Niveau. Erst recht für Fans. Aber auch noch für Gelegenheitspublikum. Das nahezu komplette Fehlen von Goku, Vegeta und Broly ist schade. Aber der Fokus auf den Rest der Bande, besonders Picolo, Pan und Gohan, ist oft genug interessant, emotional und mal was Anderes. Der Wiederaufstieg der Red Ribbon-Armee ist eher ein schlechter Scherz, gerade das erste Drittel ist erstaunlich auf Witze, Blödelei und Dialoge ausgelegt. „Broly“ ging da zehnmal mehr ab. Neuzugänge wie Gamma 1&2 und ihr genial-verrückter Erschaffer fühlen sich manchmal eher an wie aus „Dispicable Me“ als aus dem „Super“-Universum. Dennoch hat auch solch kindlicher „Blödsinn“ natürlich schon immer ebenfalls wie die epischen Fights zu DB gehört. Und gerade in seiner zweiten Hälfte löst „Super Hero“ zudem immer mehr seine Handbremse und lässt's krachen. Sogar samt Kommentar auf momentane Verschwörungsmythen und „falsche Helden“. Der zum ersten Mal sehr 3D-geprägte Stil ist nicht meins und eher hässlich. Die Kämpfe wirken sprunghaft und viel nicht detailliert und cool genug. Aber was macht das schon, wenn Gohan seine neueste Entwicklungsstufe erreicht und das Kino fast explodiert vor Begeisterung? Richtig: nichts. Denn dann bietet „Super Hero“ einfach edelsten Fanservice, Insider am laufenden Band, freudige Wiedersehen und kurzweiliges Megagekloppe. Genau wie man es haben will. Hier ist die Balance eben nur lange Zeit etwas off für mich. Oder zumindest nicht am Limit und seinen Möglichkeiten. Verflogen wie auf einer magischen Wolke ist die Zeit dennoch.
Fazit: einer der lustigeren Dragonball-Filme. Selbst wenn er gegen „Broly“ keinen Stich sieht, oft nicht allzu hübsch ausschaut und Son Goku nahezu nicht vorkommt - für Fans dennoch ein netter Throwback!