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Wenn ein Film es fertig bringt, die Aufmerksamkeit für eine Sportart zu wecken, die einen ansonsten kaum interessiert, hat er bereits gewonnen. Während hierzulande Dirk Nowitzki auch denen ein Begriff sein dürfte, die nichts mit Basketball am Hut haben, sind in Nordamerika nahezu sämtliche Spieler der NBA Superstars, - von denen Regisseur Jeremiah Zagar zahlreiche für Gastauftritte gewinnen konnte.

Der Zahn der Zeit nagt am Basketball-Talentscout Stanley (Adam Sandler) und als sein Chef und Mentor (Robert Duvall) stirbt, setzt ihn dessen Sohn und Nachfolger (Ben Foster) mächtig unter Druck, innerhalb kurzer Zeit ein neues Spielertalent aufzutreiben. In Spanien wird Stanley auf den Handwerker Bo (Juancho Hernangomez) aufmerksam, den er für einen ungeschliffenen Diamanten hält. Doch das erste Testspiel in Philadelphia verläuft anders als erwartet…

Es ist die alte Geschichte vom Underdog, der mithilfe eines weitgehend erfahrenen Menschen aus dem Nichts herausbugsiert werden soll, natürlich mit allen dazugehörigen Höhen und Tiefen. Und mit mindestens zwei Antagonisten, einem auf dem Spielfeld und einem außerhalb. Zwar läuft dies nicht ohne Klischees ab, doch die Geschichte vermeidet Pathos und schafft es vor allem, in regelmäßigen Abständen Humor einzubinden, ohne dabei in reine Blödelei abzudriften.

Der Fokus liegt klar bei den Momenten auf den jeweiligen Spielfeldern und das muss nicht zwangsläufig die große Halle mit Publikum sein. Zwar kommt dieser Teil Spaniens wie ein Entwicklungsland rüber, doch die Begeisterung der Zuschauer bei einem Spiel im Park schwappt direkt über. Zudem sind die Spielszenen in Form von Dribblings, Würfen und Abwehrsprüngen (so bezeichnet das ein Laie) recht dynamisch in Szene gesetzt. Man behält die Übersicht, die Kamera ist stets auf Höhe und man verzichtet dankenswerterweise auf das Stilmittel von Zeitlupen, denn die braucht es angesichts der durchweg versierten Spieler beileibe nicht.

Spieler sind allerdings nicht zwangsläufig Schauspieler und diesbezüglich sind bei Hernangomez, - derzeit sogar spanischer Nationalspieler und in der NBA, natürlich ein paar Abstriche zu machen. Der Hüne bringt allerdings einige Ausstrahlung mit und die Chemie zwischen ihm und Sandler stimmt. Dessen Figur ist zwischenzeitlich sogar recht ernst angelegt und man könnte da fast ein wenig Selbstreflexion hineindeuten. Gleiches gilt für seine Filmehefrau Queen Latifah, mit der es ebenfalls ein paar herzliche Szenen gibt.

Wenn Trainingseinheiten mit etwas Ironie an „Rocky“ erinnern, kurz vorm Finale ein herber Rückschlag droht und manche Situationen ein wenig konstruiert daherkommen, so tun sich im Verlauf einige bekannte Muster üblicher Sportdramen auf. Große Überraschungen sind ergo nicht auszumachen, doch Action, Humor und ernste Momente generieren eine ausgewogene Mischung, welche die knapp zwei Stunden zu keiner Zeit nichtig erscheinen und sogar ein wenig Begeisterung für den Sport aufkommen lassen.
7 von 10

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