Review

IiHaveCNit: In der Nacht des 12. (2023) – Dominik Moll – Ascot Elite
Deutscher Kinostart: 12.01.2023
gesehen am 16.02.2023 in OmU
Caligari Filmbühne Wiesbaden – Parkett – Reihe 6, Platz 13 – 17:30 Uhr

Am 12.01.2023 habe ich es zum Kinostart mangels passender Zeiten leider nicht geschafft, Dominik Molls „In der Nacht des 12.“ zu sehen. Umso schöner, dass ich dann doch noch Mitte Februar eine Vorstellung ins Auge fassen konnte, die ich nun heute auch abhaken konnte. Denn irgendwie hat mich das Interesse an dem interessanten Crime-Drama seitdem ich von ihm Notiz genommen habe verfolgt.

In einer Kleinstadt nahe Grenoble wird in der Nacht des 12. Oktober 2016 die junge Clara Royer auf dem Nachhauseweg von einem maskierten Mann mit Benzin überschüttet und in Flammen gesetzt. Dem Fall nehmen sich die beiden Kripo-Beamten Yohan, Marceau und ihr Team an. Inmitten einer Vielzahl an Verdächtigen verlieren sich Yohan und Marceau immer mehr in den Fall bis Yohan irgendwann nicht mehr davon loskommt wie viele Ermittler, die in ihrem Leben einen ungelösten Fall haben, der diese nicht mehr loslässt.

Sehr nüchtern und zurückhaltend inszeniert Dominik Moll hier ein Crime-Drama, bei dem weniger der Whodunit im Fokus steht – das wird einem auch direkt zu Beginn des Films klar gemacht – auch wenn sich ein Teil der Spannung aus der Hoffnung zieht, es könnte doch so sein. Hier steht viel eher die charakterliche, emotionale Komponente im Fokus. Vor allem, was ein Verbrechen mit Mord und den daraus folgenden, mühsamen, frustrierenden Ermittlungsarbeiten und Misserfolgen mit den Ermittlern macht. Und mit dem von Bastien Bouillon gespielten Yohan sowie dem von Bouli Lanners gespielten Marceau bekommen wir zwei unterschiedliche emotionale Ausprägungen im Umgang zu sehen. Während Yohan eher zurückhaltend Frust, Misserfolg „in sich rein frisst“ bricht es bei Marceau förmlich aus ihm heraus. Ein wenig oberflächlich aber einigermaßen interessant ist die auch im Film eingebettete Thematik der Geschlechterverhältnisse wenn es um Gewaltverbrechen geht – sowohl auf Seiten des Verbrechens als auch auf Seiten der Ermittlungen. Gerade hier jedoch ist der Film in seiner Struktur und Aufmachung nicht daran interessiert durchaus wichtige Fragen zu stellen wie „Warum der Täter tut, was er tut ?“, denn das gibt der Film leider nicht her. Zur etwas nüchternen und zurückhaltenden Inszenierung gesellt sich auch ein etwas undynamisches Tempo, dass den Film für mich etwas ausbremst und durchaus eine größere Sogwirkung verhindert.

„In der Nacht des 12.“ - My First Look – 8/10 Punkte.

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