Review

Special für 2022 in 2023:
iHaveCNit: Eo (2022) – Jerzy Skolimowski – Rapid Eye Movies
Deutscher Kinostart: 22.12.2022
gesehen am 11.02.2023 in OmU
Mal Sehn Kino Frankfurt – Reihe A, Platz 7 – 16:00 Uhr

Im Rahmen meiner persönlichen Vorbereitung auf die Oscars in diesem Jahr habe ich noch einmal die letzte für mich mögliche Gelegenheit nutzen können, den polnischen und nominierten Oscarbeitrag „Eo“ im Kino zu sehen. „Eo“ ist eine Hommage des bereits über 80-jährigen Regisseurs Skolimowski an Bressons „Zum Beispiel Balthasar“, den ich noch nicht gesehen habe, womit ich unvoreingenommen an „Eo“ herangehen und diesen Film genießen konnte.

Der Esel „Eo“ fristet ein Dasein im Zirkus an der Seite der Artistin Kassandra, die ihn liebevoll pflegt. Als der Zirkus in Zahlungsschwierigkeiten kommt und allgemein die Haltungsbedingungen für Tiere in Zirkussen in öffentliche Kritik geraten, wird „Eo“ schweren Herzens auf eine Reise geschickt, bei der „Eo“ sehr viele unterschiedliche Menschen kennenlernt, die ihn mal mehr oder weniger gut behandeln.

„Eo“ ist mit knappen 90 Minuten ein unglaublich kompakter Film, der auch unglaublich kurzweilig und rasant geworden ist. Der Film schafft es sehr gut, die Sicht auf die Welt und auch die Gefühlswelt eines Esels greif- und erlebbar zu machen. Gepaart mit einer unfassbar starken audiovisuellen Gestaltung hat der Film auf mich eine unglaublich faszinierende Sogwirkung entfalten können. Im Laufe des Films bekommen wir viele kleine, einzelne Momente in der Reise von „Eo“ zu sehen, die viel über die Menschen und auch ihren Umgang mit Tieren aussagt. Dabei zeigt der Film herzliche Momente, aber auch brutale, harte und tragische Momente und ist im Kern ein Plädoyer dafür, dass Tiere sehr intelligente und fühlende Lebewesen sind, die einen respektvollen und auch herzlichen Umgang verdienen. Denn durch die Zeichnung der Momente in diesem Film schafft man es, dass sich aus dem Esel Emotionen wie Angst, Eifersucht, Wehmut, Sehnsucht, Freude, Trauer und Unsicherheit herauslesen lassen. Ich hätte dem Treiben des Films gerne weiter zusehen können, so hat er mir gefallen, auch wenn natürlich die kleinen Momente auch größer hätten ausgespielt werden können, wohingegen ein Moment gegen Ende des Films unverständlicherweise den Fokus von der Reise des Tiers genommen hat.

„Eo“ - My First Look – 9/10 Punkte.

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