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Ali Abbasis Holy Spider ist weniger ein Film über einen Huren-erwürgenden Serienmörder als vielmehr ein Film über eine Gesellschaft, in der ein Huren-erwürgender Serienmörder prächtig gedeihen kann & vom lautstarken Volk gar nicht mal als Mörder verurteilt, sondern als Held gefeiert wird. Eigentlich mag ich solche (noch dazu auf wahren Begebenheiten basierenden) Runterzieher-Filme gar nicht. Weil sie mich wütend machen. Wütend auf das Regime. Wütend auf die Unterdrücker. Wütend darüber, wie machtlos die einzelne Frau gegen diese kranke Herr-Schaft ist. Wütend darüber, wie wertlos das Leben einer sich prostituierenden Frau ist.

Mehdi Bajestani ist Saeed, der Mann, der sich berufen fühlt, im Namen Gottes "den Dreck von den Straßen von Mashhad zu räumen". Zar Amir Ebrahimi ist Arezoo Rahimi, eine junge Journalistin, die auf eigene Faust zu ermitteln beginnt, nachdem die Polizei auch nach mehreren Morden keine Spur zum Täter hat. Und natürlich hat sie keine Spur zum Täter, denn wenn man nicht nach Spuren sucht, wird man auch keine finden. Holy Spider ist dunkel, unangenehm & schmerzhaft realistisch. Und für das Regime viel zu nah an der Realität, weshalb man das Werk prompt als "shameless obscenity" abtat. Es tut halt weh, einen Spiegel vorgehalten zu bekommen, wenn einem dann so eine abartig hässliche Fratze daraus entgegenstarrt.

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