Review

iHaveCNit: Burning Days (2023) – Emin Alper – AG Verleih

Deutscher Kinostart: 28.09.2023

gesehen am 20.09.2023 in der Spotlight-Sneak in OmU

Arthouse-Kinos Frankfurt – Große Harmonie - Parkett – Reihe 4, Platz 9 – 21:00 Uhr

Es war mal wieder Zeit mich komplett von einer Sneak überraschen zu lassen mit sowohl einem Film, den ich nicht auf meiner Liste hatte als auch nur diese Gelegenheit sich für mich geboten hat, den Film erleben zu können. Und wieder einmal ist es ein Film aus der Türkei – einem Land, dass mich in diesem Jahr bereits auch mit „Brothers Keeper“ auf interessante Art und Weise fesseln konnte und nun das Gleiche auch mit „Burning Days“ von Emin Alper geschafft hat.

Der junge idealistische Staatsanwalt Emre Gündüz tritt seine neue Stelle in einer türkischen Provinz an. Mit seiner idealistischen Einstellung ist er schnell den dort alt eingesessenen Anwälten, Polizisten und auch Politikern ein Dorn im Auge, die vor Korruption und Machtmissbrauch nicht zurückschrecken. Noch ahnt er nicht, dass ein durchzechter Abend, den er mit Freunden des Bürgermeisters verbracht hat und an den er sich nur schwer zurückerinnern kann, schwere Folgen haben könnte.

„Burning Days“ hat mich bei seinem Beginn vor allem an Denis Villeneuves Sicario erinnern können. Die schwüle Hitze, das Audiovisuelle durch die Bilder und die Musik – aber auch das in gewissen Ansätzen vorhandene immersive Gefühl, ähnlich wie der Hauptprotagonist unvorbereitet und unvoreingenommen in ein korruptes, von Machtmissbrauch durchsetztes System einzutauchen und damit allgemein konfrontiert zu werden. Den Part von Emily Blunts Kate Mercer erfüllt hier Selahattin Pasali in der Rolle des Emre Gündüz, der eine schauspielerisch sehr gute Leistung abliefert. Der politisch angehauchte Thriller ist intensiv, hat einen Hauch von Gesellschaftskritik zu bieten und vor allem eine unangenehme Spannung, die sich aus stark gespielten Dialogszenen ergibt und auch auch eine Form der allgemeinen Bedrohung und Gefahr erzeugt. Die unangenehme Spannung wird auch noch weiter unterstützt dadurch, dass sich die Geschehnisse für uns als Zuschauer immersiv auch nur sehr ungewiss und vage halten und der Film auch durch ein paar Ideen und Ansätze etwas symbolisch in seiner Konklussion gewertet werden kann.

„Burning Days“ - My First Look – 8/10 Punkte. 





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