Review

iHaveCNit: November (2022) – Cedric Jimenez – Studiocanal
Deutscher Kinostart: 20.10.2022
gesehen am 22.10.2022
Arthouse-Kinos Frankfurt – Kleine Harmonie – Reihe 3, Platz 9 – 20:45 Uhr

Was habe ich am 13. November 2015 gemacht ? Soweit ich mich richtig erinnere gehörte auch ich zum Kreis der deutschen Fernsehzuschauer, die sich das Länderspiel zwischen Frankreich und Deutschland angesehen hat. Natürlich wurde das Spiel durch ein extrem tragisches Ereignis überschattet. Eine Reihe terroristischer Anschläge im Pariser Zentrum, sowohl am Stade de France als auch hauptsächlich im Bataclan während eines Konzertes der „Eagles of Death Metal“ haben diese Nacht für eine bedauernswert unvergessliche Nacht gemacht. Genau dieses tragische Ereignis wird das französische Kino des letzten Quartals 2022 bestimmen. Neben den noch in der Pipeline stehenden Filme „Meinen Hass bekommt ihr nicht“ und „Frieden, Liebe und Death Metal“, die hauptsächlich persönliche Schicksale im Zusammenhang mit den Anschlägen verarbeiten, gehört auch Cedric Jimenez´ „November“ zur inoffiziellen Bataclan-Trilogie, der auch den Anfang macht und als Action-Thriller die Ermittlungsarbeiten der französischen Behörden liefert.

In der Nacht des 13. November 2015 ist in Paris einiges los. Neben dem Länderspiel zwischen Frankreich und Deutschland sind die „Eagles of Death Metal“ im Bataclan zu Gast. Bis die Telefone bei der Polizei Sturm klingeln. An mehreren Orten der Stadt kam es zu Terroranschlägen. Vor allem mit Fokus auf den Bataclan. Mit rasanter Geschwindigkeit bildet sich innerhalb der Polizei eine große Einheit, die sich den Ermittlungen widmen wird.

„November“ ist ein immersives, unruhiges, spannendes und durchaus nüchternes Erlebnis gewesen, bei dem wir der zur Emotionslosigkeit ermahnten Ermittlungsbehörden und dabei einzelnen Charakteren an unterschiedlichen Fronten folgen. Der Druck und die Spannung ist dabei für mich stets spürbar, genau wie die Hektik und die undurchsichtige Gesamtsituation, bei der jede richtige Spur extrem wichtig ist und jeder Rückschlag und Fehler die Ermittlungen gesamt gefährden kann. Gerade die eigentlich nüchterne, emotionslose Tonalität des Films unterstützt für mich dann die tatsächlich durchbrechenden Emotionen der beteiligten Kräfte der Ermittlungsbehörden. Hier haben mir darstellerisch vor allem Jean Dujardin als auch Anais Demoustier gefallen, die auch mit den Nuancen ihrer Rollen den persönlichen Zwiespalt glaubwürdig dargestellt haben.

„November“ - My First Look – 8/10 Punkte.

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