Review

Staffel 1 - 6,5/10

Staffel 1


Fangirl No. 1

Einen gewissen Verdruss und deutliche Abnutzungserscheinungen werden selbst die Macher des MCU momentan nicht ganz verleugnen können. Wohin hätte es nach „Endgame“ auch gehen können als runter. Und dennoch wünschen sich natürlich andere Firmen und Franchises eine „Flaute“ wie die von Disney und ihres Marvelflagschiffs fast selbst in guten Zeiten noch. Das Ding scheint selbst mit Gegenwind ein absoluter Selbstläufer, ein Perpetuum Mobile zu sein. Aber selbst die besten und fettesten Stories kommen irgendwann zu einem Ende… obwohl… Comics gibt’s auch schon ewig und im Überfluss… wer weiß also. Vielleicht setzt sich das MCU und das gesamte Superheldengenre auch einfach ewig auf hohem Niveau in der Filmlandschaft fest. Mit monumentalen (Event- und Erfolgs-)Ausreißer wie zuletzt „Spider-Man: No Way Home“. Warum hole ich dermaßen weit aus? Was hat „Ms. Marvel“ Staffel 1 damit zu tun? Wer ist Kamala Khan? Warum ist Captain Marvel ihr Vorbild? Was spielt die Kolonisation und die indische Kultur für eine gewichtige Rolle? Sogar Djinns? Und hat die indischen Teenagerheldin das Zeug zum nächsten Avenger? 

M.I.A. des MCU

Ich muss sagen: zu Beginn hatte mich „Ms. Marvel“. Sehr sogar. Gerade die „Spider-Man“-artigen Teenagereskapaden der extrem sympathischen Kamala haben es mir angetan. Der Stil, die Unbekümmertheit, der Soundtrack, das Starpotenzial von Iman Vellani, die (für das MCU recht frische) indische Kultur, die süßen und authentischen Nebenfiguren. All das passte, all das hatte seinen Charme und war/ist erfreulich anders, intim und klein gehalten - gerade im Vergleich zu den sonst meist übermenschlich großen Heldengeschichten. Doch umso mehr ich von der Naivität und den Farben dieser jungen Heldin und Frau angetan war, desto weiter und ärgerlicher rückte die Serie von seinen Stärken weg. Denn nahezu alles andere, vor allem der ganze „Heldenstuff“… ist… ich kann es nicht anders sagen… ziemliche Grütze. Das sah oft genug panne aus, das hatte null Reiz oder Eigenes, das wollte für mich nicht zum Rest passen. Und deswegen hat „Ms. Marvel“ für mich zwei Seiten. Und für die Zukunft kann ich nur hoffen, man widmet sich mehr der positiven, kleinen und jugendlichen. Oder man motzt den Stoff aus dem scheinbar indische Heldinnen sind einfach mal um 300% auf und bringt ihn auf ein Level, durch das man sich nicht achselzuckend bis kopfschüttelnd durchqälen muss. Kamala/Iman hätte es verdient! 

Fazit: I like your Style, Girl! „Ms. Marvel“ ist die bunteste, kindlichste und süßeste Marvelserie bisher. Iman Vellani hat Charisma, Kraft und Charme für Jahre. Für junge Fans vom neuen Spider-Man und vom alten John Hughes! Zumindest wenn man sich nicht zu streng die sehr schwachen „Heldensachen“ ansieht… (6,5/10)

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