iHaveCNit: The Menu (2022) – Mark Mylod – Fox Searchlight Pictures
Deutscher Kinostart: 17.11.2022
gesehen am 19.11.2022
Kinopolis Main-Taunus-Zentrum – Kino 11 – Reihe 16, Platz 15 – 17:10 Uhr
Das Kino lädt seit dem aktuellen Wochenende zu einem ganz besonderen Dinner ein, wenn man ein Ticket für Mark Mylods kulinarische Thriller-Satire „The Menu“ löst. Auch ich habe es mir nicht nehmen lassen, das filmische Krimi-Dinner schmecken zu lassen. Es war vorzüglich !
Der mysteriöse und gefeierte Sternekoch Julien Slowik betreibt auf einer abgelegenen Insel ein autark agierendes Sterne-Restaurant der Extraklasse, dass für seine Kunden jedes Mal ein ganz speziell abgestimmtes Menü zusammenstellt. Unter den erlesenen Gästen des aktuellsten Dinner-Abends befinden sich neben einem Filmstar, einer Restaurantkritikerin und windigen Geschäftsleuten auch der junge Tyler, der sich als großer Fan von Slowiks Kochkunst versteht und seine neue Freundin Margot, die eigentlich nur widerwillig die Einladung angenommen hat. Ob Margots Skepsis berechtigt ist ?
„The Menu“ wirkt als filmisches Krimi-Dinner und kulinarische Thriller-Satire wie ein Menü, dass aus diversen Zutaten wie Ruben Östlunds „Triangle Of Sadness“ ; Ari Asters „Midsommar“ ; Brad Birds „Ratatouille“ und John Wells „Im Rausch der Sterne“ zu einem in sich stimmigen und durchaus eigenständigen filmischen Genuss für die audiovisuelle und intellektuelle Stimulation. Der Film ist als optisch ansprechend inszeniertes Kammerspiel für die Augen ein Genuss. Inmitten dieses Films sind vor allem zwei Rollen für mich sehr geschmack- und gehaltvoll gewesen. Da wäre zum einen der mysteriöse, egozentrische, fast psychopathische Julien Slowik, der von Ralph Fiennes extrem gut gespielt wird und zum anderen natürlich die misstrauische, skeptische und rebellische Margot, die von Anya Taylor-Joy gespielt – und zu einer Sympathieträgerin inmitten vieler unsympathischen Figuren wird. Aus der gemeinsamen Dynamik ergibt sich im Ensemble des Films durchaus ein interessantes und spannendes Duell. Darüberhinaus ist es ein Genuss mit anzusehen, wie einem Großteil der unsympathischen Charaktere im Film der gesellschaftskritische Spiegel vorgehalten wird, auch wenn man natürlich sagen kann, dass die damit verbundene Gesellschaftskritik nur etwas fein gewürzt wirkt – wie ein zu kleines Häppchen in der Molekular-Küche, dass sich zwar gut als Aufnahme in Foodblogs, aber dafür weniger gut satt macht. Da fehlt dem eigentlich vorzüglichen Film etwas Salz und Substanz, um trotz einem interessanten Nachgeschmack satt gemacht zu haben – weil dieser Nachgeschmack definitiv Lust auf Mehr macht.
„The Menu“ – My First Look – 9/10 Punkte.