Bereits 1997 brachte der argentinische Regisseur Pablo Parés mit „Plaga Zombie – The Beginning“ seinen ersten Zombiefilm heraus. Ein Thema, das ihn über die Jahrzehnte augenscheinlich nicht mehr losließ und welches er nunmehr ein wenig variiert, denn er weicht in einigen Punkten von konventionell agierenden Untoten ab.
Die vierköpfige Rockband „Pussycake“, bestehend aus Elle, Sara, Julie und Sofi, befindet sich gerade auf dem Weg zu ihrem nächsten Gig, als der Van streikt. Zu Fuß erreichen sie eine Art Geisterstadt, in der sie rasch Bekanntschaft mit tobsüchtigen Mutierten machen…
Parés kommt angenehm zügig zur Sache, liefert das Ende einer Bühnenshow, bringt die wesentlichen Figuren mit nur wenigen Szenen recht gut auf den Punkt und konzentriert sich direkt nach der Ankunft im Küstenort auf das Zombietreiben, bei dem jedoch nicht einmal zugebissen wird. Denn die Mutierten wurden offenbar von einem Virus aus einer anderen Dimension infiziert, was sich zumindest ein wenig aus der Exposition ableiten lässt. Was es konkret mit einer ominösen Maschine auf sich hat und welche Absichten ein Mutant mit Umhang innerhalb des Zombietreibens hegt, erschließt sich hingegen bis zum Schluss nicht.
Nahezu egal. Denn hier stehen einige blutige Auseinadersetzungen im Vordergrund, bei denen literweise Blut zum Einsatz kommt, doch mindestens genauso viel Erbrochenes in Form einer milchigen Substanz, einer Art Säure, die wohl auch für die Mutation verantwortlich ist. Zudem werden Köpfe abgeschlagen, eine Bauchdecke geöffnet, eine Machete landet im Gesicht, jemand wird durchbohrt und eine Baumwurzel wird zweckentfremdet. Die fast durchweg handgemachten Effekte zeugen von einer hochwertigen Qualität, gleiches gilt für das recht detaillierte Make-up.
Demgegenüber sind die wenigen Humoreinschübe eher harmloser Natur, speziell in Sachen Situationskomik wäre da deutlich mehr drin gewesen. Stattdessen kommt es zu einigen eher sentimental angehauchten Szenen, welche immerhin nicht übermäßig viel Raum einnehmen.
Derweil hätte man von einigen atmosphärischen Momenten gerne mehr erlebt, wie etwa eine Szene am Strand, an dem sich einige Körper bis zum Kopf begraben im Sand befinden.
Einen annehmbaren Unterhaltungswert lässt sich dem gerade einmal 82 Minuten andauernden Werk nicht absprechen, denn das saubere Handwerk, die flotte Inszenierung und die tauglichen Darstellerinnen sorgen stets für frischen Wind. „Pussycake“ ist zwar kein reines Splatterfest, zumal die Anzahl der Mitwirkenden überschaubar bleibt, doch das mit simplen Mitteln realisierte Treiben dürfte eingefleischten Genrefans schon aufgrund der gelungenen Mischung zusagen.
6,5 von 10