Sucht man in der International Movie Database nach einer Verfilmung von Agatha Christies Welterfolg „The Mousetrap“, wird man bis heute nicht fündig. Denn die Autorin ließ sich vertraglich zusichern, dass ein Film frühestens sechs Monate nach Beendigung des Stückes im Londoner West End gedreht werden dürfte.
Der Twist: The Mousetrap hält heute noch den Rekord als weltweit am längsten laufendes Stück. Seit 1952 wird es im West End aufgeführt.
Das ist der Hintergrund dieser im allerbesten Sinne altmodischen Kriminalkomödie, die starbesetzte Vehikel wie KNIVES OUT und pompöse Remakes wie MURDER IN THE ORIENT EXPRESS und DEATH ON THE NILE in die hinteren Ränge versetzt.
Der Regisseur einer potenziellen Mousetrap-Verfilmung (Adrian Brody) wird ermordet, das komplette Theater- und Film-Ensemble vor und hinter den Kulissen (u. a. Ruth Wilson und David Oyelowo) ist verdächtig, eine überarmbitionierte Sergeant-Anwärterin und ein abgehalfterter Inspector (in herrlicher Spielfreude: Saorsie Ronan und Sam Rockwell) ermitteln. Dem Film gelingt dabei genau die richtige Balance zwischen klassischem Comfort Crime und Genrekommentar auf Metaebene, wenn etwa der Drehbuchautot der Filmversion seine Abscheu gegenüber Flashbacks kundtut, und dann – natürlich – in der nächsten Szene in einem Flashback zu sehen ist.
Dabei hält sich der Film nie für cleverer als sein Publikum, vielmehr klemmt er seine amüsierten Zuschauer unter den Arm und schlendert mit ihnen durch die Geschichte, dass es ein Vergnügen ist.