Ein toter Regisseur, der sich unbeliebt gemacht hat. Ein erschreckend erfolgreiches Theaterstück. Eine motivierte Nachwuchspolizistin. Ein nicht ganz so motivierter Inspektor. Und ein ganzer Haufen verdächtiger Leute.
Im Umfeld des Theaterstücks „Die Mausefalle“ von Agatha Christie und angesiedelt in den 1950er Jahren bietet die Krimikomödie von Tom George eine kurzweilige Hommage an die klassischen Wer-war-es-Streifen. Mit Sam Rockwell und Saoirse Ronan fähig besetzt, beginnt man gleich mit einem stimmungsvollen Kommentar aus dem Off, Adrien Brodys Stimme lässt schnell ein paar Ideen und Mechanismen dieses Werks auf das Publikum los.
Denn nicht nur erklärt „See how they run“ die gewohnten Abläufe des Genres, er setzt sie auch kurzerhand selbst anschließend ein und spoilert sich auch mal selbst im Bezug auf das weitere Geschehen. Aber wie war das noch gleich mit den letzten zwanzig Minuten?
Die Optik mitsamt Ausstattung ist gelungen, das Retrodesign gefällt und ganz leichte Wes Anderson Vibes machen sich hier und da mal bemerkbar. Andererseits wirkt alles aber auch für meinen Geschmack zu glatt, bunt und sauber. Dadurch beraubt sich der Film eines Teils seiner Atmosphäre, verhehlt aber so auch nie seine komödiantische Intention und das ihm immanent Theaterhafte.
Was Letzteres angeht: „Die Mausefalle“ läuft tatsächlich seit 1952 und die Klausel bezüglich der Verfilmung existiert ebenso, sodass eine eigentlich geplante Filmumsetzung des Stücks in diesen, mit dessen Geschichte wiederum spielenden Film mündete.
Unterm Strich ein netter „Whodunit“, der sowohl das Genre und damit sich selbst en passant parodiert und mit Witz sowie seiner Leichtigkeit unterhält. Im Kern dabei eher seicht, wenig spannend und für meinen Geschmack etwas steril in der Optik. Ab er dafür auch ohne Längen und mit zwei knuffigen Hauptfiguren. Kann man sich durchaus ansehen.