Wenn das Konzept vom „Breakfast Club“ mit Zombies angereichert wird, ergibt sich fast zwangsläufig ein Horrorfilm mit komödiantischem Einschlag. Autor und Regisseur Marcus Dunstan, der einst mit „Collector“ eher grobschlächtig debütierte, haut allerdings nicht allzu sehr ins blutige Gekröse.
Ein Schulausflug gerät frühzeitig aus dem Ruder, als der Bus leicht verunglückt und aus dem Radio zu vernehmen ist, dass es einen globalen Angriff mit Chemiewaffen gab. Eine Gruppe um Ever (Brianne Tju) sieht sich kurz darauf tobenden Individuen gegenüber und flüchtet in ein nahe gelegenes Gebäude…
„Unhuman“ zielt früh auf seine Doppeldeutigkeit, denn nur vordergründig sind damit die zombieähnlichen Angreifer gemeint. Vielmehr geht es um das ewig leidige Thema des Mobbings und den daraus entstehenden Konsequenzen, wobei hier die Außenseiter und die vermeintlichen Lieblinge schnell definiert sind. Dustan hat die Riege immerhin einigermaßen individuell besetzt und trotz einiger Klischees einen relativ bunten Haufen mit einigen markanten Figuren zusammengewürfelt.
Nach einem beherzten Biss in Hals und Wange und kleineren Auflockerungen während der kurzen Reise lassen die Konfrontationen nicht lange auf sich warten. Das verwaiste Gebäude mit einigen kunstvollen Graffitis erzeugt phasenweise eine leichte Endzeitatmosphäre, während es drinnen eher austauschbar zugeht und nach einigem Wuseln und Verbarrikadieren keine allzu großen Überraschungen auftreten. Bis auf einen Twist, der zwar nicht ganz unerwartet kommt, aber dennoch einigermaßen erfrischend wirkt.
Leider geht der Schwung, das Verspielte im Verlauf deutlich verloren und weicht zu häufig ernsten Tönen um Freundschaft, Loyalität und Mut, was noch nach dem Finale per voice over über Gebühr strapaziert wird. Zwar bringen die zumeist zweckdienlich aufspielenden Mimen jene ruhigen Einschübe passabel rüber und Tju macht als potenzielle Heldin eine durchaus überzeugende Figur, doch statt moralinsaures Geschwafel hätte man doch lieber etwas mehr Blut und triefendes Schlamassel gesehen. Denn diesbezüglich ist der Bodycount nicht allzu hoch und Splatterfreunde erhalten bis auf erwähnte Szene keine expliziten Einlagen.
Stilistisch haut Dustan indes einige Male arg daneben, indem er einerseits den Einsatz von Farbfiltern mit Rot und Blau überstrapaziert und andererseits Split Screen in überbordender Form einsetzt, woraufhin zuweilen die Übersicht verloren geht. Der Score ist hingegen gut angepasst und auch sonst ist handwerklich wenig anzukreiden.
Was bleibt, ist eine leicht blutig angehauchte High School Komödie mit schlichter Handlung, die weitgehend temporeich, jedoch nicht übermäßig witzig vonstatten geht.
Knapp
6 von 10