Wäre der Streifen in einigen Belangen nicht typisch chinesisch, könnte er auch glatt typisch Asylum sein: Minderwertige Effekte sollen von einer temporeichen Handlung kaschiert werden, während Klischeefiguren kaum nachvollziehbare Entscheidungen treffen. Dass ausgerechnet China zur maßgeblichen Rettung der Erde beitragen soll, könnte kollektive Punktabzüge mit sich bringen.
Um die Erde nicht zur Wüste verkommen zu lassen, wurden Pflanzen mit Wachstumsmedikamenten behandelt, was in ihnen ein Stresssystem freisetzte und dazu führte, dass sie die Weltherrschaft übernahmen. Die wenigen Überlebenden haben sich zu Einheiten zusammengefunden, um die nächste anstehende grüne Flut zu verhindern. Der Mann einer verstorbenen Wissenschaftlerin schließt sich mit seiner Tochter ebenfalls einer Einheit an…
Als vages Vorbild diente womöglich einmal mehr der 1951 erschienene Roman „Day of the Triffids“, der 1963 mit „Blumen des Schreckens“ eine eher harmlose Umsetzung fand.
Fleischfressende Pflanzen mutieren hier also zur Bedrohung, was offenbar die Quittung für die jahrzehntelange Behandlung mit Chemiekeulen ist. So weit, so nachvollziehbar. Allerdings scheint dies nicht auf die komplette Flora zuzutreffen, da Vater und Tochter teils unbehelligt durch Pflanzengebiete streifen können, um wenig später von Schlingpflanzen angegriffen zu werden, bis besagte Einheit interveniert.
Speziell in der ersten Phase ist ein ungemein hohes Tempo gegeben, bei dem sogar noch Platz für kurze Flashbacks bleibt, um den Hintergrund der beiden Zivilisten zu durchleuchten.
Während der Vater immerhin noch dazu taugt, den vermeintlichen Spezialisten einen notwendigen Stromzugang zu ermöglichen, ist das Töchterchen nur dazu da, „Papa“ zu rufen. Rund 40 mal im ersten Teil, gefühlt doppelt soviel in der letzten Phase, ergänzt durch einen heulenden Grundton.
Anhand diverser Kulissen offenbart sich derweil die Qualität der technischen Umsetzung: So besteht der vordere Teil zumeist aus Studiobauten, während im Hintergrund CGI dominieren. Oftmals ist Greenscreen deutlich als solcher zu erhaschen und auch beim Einsatz der Pflanzen gibt es eklatante Unterschiede. Die etwas größeren Exemplare wirken wie schlangenartige Leguane, die kleineren eher wie waberndes Geäst, was erneut zu sehr nach CGI aussieht.
Dennoch kommt es zu einigen, wenn auch rar gesäten Spannungsmomenten, etwa, als die Gruppe über einen Stahlträger in luftiger Höhe balancieren muss oder Totenstille angesagt ist, um einen grünen Gegner vorbeiziehen zu lassen. Beim fliegenden Bus wird es hingegen herrlich trashig und hanebüchen, wogegen im letzten Akt das Melodramatische überwiegt und pathetische Ansprachen den Fremdschämfaktor in die Höhe schnellen lassen.
Die überaus simple, doch zuweilen krude anmutende Handlung wird von den Mimen immerhin einigermaßen getragen und auch der Score liefert zweckdienlich. Sonderlich viel Leerlauf entsteht innerhalb der 89 Minuten zwar nicht, doch das sentimentale Gewäsch zum Showdown bringt, zusammen mit dem 100. „Papa“ doch einen schwer zu unterdrückenden Nervfaktor mit sich. Letztlich eher etwas für Sci-Fi-Trashfans, die in Sachen Action und Monsterbekämpfung alles andere als Hochglanz erwarten.
5 von 10