So sieht es aus, wenn ein japanischer Manga auf französisches Flair und Hongkong-Action trifft. Crying Freeman ist ein bebildertes blutiges Gedicht, ein schwelgendes Attentäter Märchen. Und der eigentliche Erstling des, nach meinem Erachten, ziemlich begnadeten Christophe Gans. Dynamische Kamerafahrten, Zeitlupen, unterkühlte Farbgebung, blutige Shoot-Outs, handgemachte Action und sogar Horror- und Erotik-Elemente. Das klingt jetzt alles nach einer universellen Empfehlung, ist es aber nur mit Einschränkungen. Das Tempo ist weit weg von heutigen Sehgewohnheiten, im Hintergrund säuseln andauernd pathetische Off-Kommentare, die Optik ist wenig zeitlos, sondern ganz klar 90er, und nicht jede Schauspieler-Performance übersteht uneingeschränkt den Test der Zeit. Trotzdem ist der Cast stimmig zusammengestellt und voller angenehm bekannter Gesichter. Wie schon bei "Drive" die Frage, warum nicht mehr aus Mark Dacascos geworden ist.